Eine Führung durch die BIRTAT-Ausstellung

Shownotes

Seit Ende April ist in Stuttgart die Ausstellung zum Arbeitskampf bei BIRTAT zu sehen. Die Fotos sind von Ali Carman, kuratiert wurde die Ausstellung von Peter Schadt. Mit Unterstützung der NGG, welche den Tarifvertrag mit der Belegschaft erkämpft hat, ver.di, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung. In dieser Folge dokumentieren wir eine Führung durch die Ausstellung, welche die Geschichte der Organisation des Dönerherstellers rekapituliert.

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00:00:00: Wir schauen uns die Ausstellung von Ali an, so ein Thema birt hat und zu dem Tarifvertrag der da erkämpft wurde im letzten Jahr.

00:00:33: Und die Geschichte ist wahnsinnig kurz, wenn man so will.

00:00:38: Ihr kennt ja wahrscheinlich die eine oder andere Auseinandersetzung gewerkschaftlich an Natur und das ist meistens ein relativ langwieriger Prozess.

00:00:45: und hier ist eigentlich das Spannende, dass das Ganze im Dezember ... ... zwanzausend vierundzwanzig beginnt und im Sommer letzten Jahres endet.

00:00:55: und beginnen tun wir mit einem Betrieb, in dem wir ein Gewerkschaftsmitglied haben von über zweihundert Beschäftigten.

00:01:04: Und wir enden bei einer Organisationsquote von über neunzig Prozent... ...einem gegründeten Betriebsrat und den ersten Tarifvertrag in der Branche.

00:01:19: Ich würde vorschlagen, wir fangen einfach vorne an und dann arbeiten uns ein bisschen durch.

00:01:24: Wie gesagt, wenn ihr Fragen habt stellt die jederzeit.

00:01:27: Das Ganze ist nicht in chronologischer Reihenfolge weil natürlich die wirklich photogenen Situation sind jetzt nicht entstanden bei der Betriebsratsgründung.

00:01:40: Genau vielleicht zu mir.

00:01:41: ganz kurz ich bin Sekretär beim DGB habe also eigentlich mit sowas wie Wirkliche Gewerkschaftsarbeit nichts zu tun.

00:01:49: Bin da eher der Wasserkopf oben drauf.

00:01:51: In dem Fall hab' ich mich aber eingebracht, weil die NGG eben eine unserer sehr kämpfergischen aber sehr kleinen Gewerkschaften ist.

00:01:58: Also die Magda hat das praktisch alles alleine gemacht und hat dementsprechend spätestens als der Streik losging einfach konkret Hilfe gebraucht.

00:02:09: Das waren wirklich so Trivialitäten, wie die es halt morgens um drei Uhr erst mal aufgestanden und diese hundert Liter Kaffee zu kochen ist dann dahin gefahren.

00:02:16: Und er musste dann auch die Zelte usw.

00:02:18: selber aufbauen.

00:02:19: wenn's geredet hat mussten wir irgendwo anders hingehen und das geht nicht alleine.

00:02:23: deswegen an zehn von elf Streiktagen war ich mit dabei.

00:02:26: aber also in der wirklich heißen Phase war ich eigentlich immer irgendwie fort und habe im Background was gemacht oder bei dem Streik deswegen das meiste was ich euch erzähle.

00:02:36: Dann von der Hauptauseinandersetzung habe ich alles selber bekommen.

00:02:39: Ein, zwei Fotos sind auch von mir.

00:02:40: Jetzt diese Anfangsphase die hab' ich dann rekonstruiert über Interviews mit Magda und so für die Ausstellung.

00:02:45: aber es wird auch eine Prochüre geben, die jetzt im Sommer erscheint.

00:02:50: Genau anfangend tut das Ganze habe ich schon erzählt in Dezember zwanzig vierundzwanzig und zwar mit Isid und Assis also mit zwei Kollegen von Birthert, die gekommen sind und eben gesagt haben sie wollen, dass die Gewerkschaft was macht.

00:03:08: Also wirklich so abstrakt ist man gesagt okay die Bezahlung ist all over the place.

00:03:12: also es gibt irgendwie Nasenlohn das wussten sie.

00:03:14: Sie wussten aber nicht genau wie er sich unterscheidet aber jeder hat im Endeffekt eine andere Bezahlungen bekommen.

00:03:20: Die Magda hat dann auch relativ schnell herausgefunden Dass das auch mit den Communities zusammenhängt.

00:03:26: also dort arbeiten eben türkische Kollegen kurdische Kollegen rumänisch und vulgarische.

00:03:30: das sind so die vier größten Communities.

00:03:32: Es sind aber auch noch ein paar Afghanen da und einen Somali habe ich mal gesehen, also es ist eine relativ bunte Mischung.

00:03:41: Und das gibt auch keine Verkehrssprache.

00:03:43: Also viele sprechen türkisch, aber in der rumänischen bügarischen Community auch nicht.

00:03:52: Und Deutsch ist wirklich vernachlässigbar wenn überhaupt noch in der türkischen kurdischen Community Aber bei den Rumänen und Bulgarien wird eigentlich gar kein Deutsch gesprochen.

00:04:02: Genau, deswegen hat die Magda auch im Dezember, als sie dann gekommen sind und gesagt haben Sie wollen.

00:04:06: Und sie sagten ja gut was können wir machen?

00:04:08: Wir könnten einen Betriebsrad gründen oder so aber dafür brauchen wir irgendwie Gewerkschaftsmitglieder.

00:04:13: Das sollen sich mal gut überlegen ob sie das alles auf sich nehmen wollen.

00:04:17: Es ist eh bald Winterpause und kommt dem Januar und wenn er dann noch wollt sehen wir weiter.

00:04:22: Dann erzählt es ihr immer liebevoll nicht damit gerechnet die jemals wieder zu sehen.

00:04:25: Und dann kamen sie wohl im Januar wieder und haben gesagt Frau Magda wir wollen immer noch.

00:04:31: Dann ging diese Organisation los.

00:04:33: Sie ist dann also immer wieder in den Betrieb gefahren und so eine der Sachen, die ihr sehen könnt, ist eine der ersten Ideen war eben okay wir müssen das Material was wird zur Verfügung stellen irgendwie zumindest in den vier Hauptverkehrsprachen zur Verfügung Stellen.

00:04:51: da gab es verschiedene Arten und Weißen wie das ging.

00:04:56: Eine Sache ist die faire Mobilität, die mir wird's kennen.

00:05:00: Ich weiß nicht ob ihr die auch kennt?

00:05:02: Die sitzen noch hier im Haus.

00:05:03: Das sind Kolleginnen und Kollegen, die vor allem für Arbeitnehmer innerhalb der EU, die in Deutschland... also EU-Ausländer, die innerhalb Deutschlands arbeiten zuständig sind.

00:05:16: Die sprechen viel vor allem aus der europäischen Staaten Sprachen und haben da viel übersetzt.

00:05:22: Aber ansonsten ist da auch immer wieder einiges mit KI passiert, muss man auch mal erwähnen.

00:05:28: Gerade für simple Sachen ist das natürlich wirklich sehr einfach.

00:05:31: Also ich habe auch selber beim Streik tatsächlich sehr oft Chatchivity offen gehabt weil es eine Möglichkeit war dann Sachen einzugeben und dann halt rudimentär irgendwie sich mit Leuten ins Benehmen zu setzen.

00:05:44: Genau!

00:05:45: Es gab... Dann die Betriebsratsgründung, dazu gibt es auch noch keine Fotos.

00:05:50: Man kann sich trotzdem Schritt vorbewegen.

00:05:51: da hat man das Gefühl man geht es in den Fotos voran.

00:05:55: Es kam dann relativ schnell.

00:05:56: also erste Bemühungen betriebsrat zu gründen.

00:05:58: Die waren alle ziemlich kompliziert.

00:06:00: dadurch dass dieser Betrieb eben Mitbestimmung vorher überhaupt nicht kannte sind viele Sachen die für euch vielleicht selbstverständlich sind da nicht selbstverständliche gewesen.

00:06:10: Man wusste zum Beispiel überhaupt nicht wie viele Leute da eigentlich arbeiten und wenn ihr das Betriebsverfassungsgesetz kennt.

00:06:17: Man sollte halt zumindest die Schlagzeilen wissen, sind es über zwei Hunderts und unter zweihundert um die richtige Anzahl an Betriebesräten überhaupt vorzuschlagen?

00:06:27: Das war sozusagen schon die Hürde Nummer eins, wieso die erste Betriebersratswahl nicht geklappt hat, weil man dann feststellen musste oh, es sind doch mehr als zweihundert Leute, wie mir die Leute immer versichert hatten weniger als zwei hundert Leute.

00:06:41: Der Arbeitgeber hat das auch blockiert, wo er konnte natürlich und hat dann auch... also es gar nicht mehr abwendbar war.

00:06:47: Also beim dritten Versuch den zweiten lassen wir's machen.

00:06:50: Also letzten Versuch dem Betriebsrat zu künden, wo da schon klar war okay, dass wird jetzt funktionieren, hat eine eigene Liste aufgestellt Und die hat auch tatsächlich gewonnen.

00:07:00: Die gewerkschaftliche Liste waren weniger Das sind glaube ich drei Kollegen reingekommen die restlichen Bahnen vom Arbeitgeber.

00:07:10: Und das eigentlich Spannende, dass auch so ein bisschen wie die Ausstellung konzipiert ist zum Sinne von egal welche Wiedrigkeiten einem begegnen einfach weitermachen weil der spannende ist.

00:07:21: an dem Punkt hätte man jetzt natürlich aufhören können also vor allem Makter die das irgendwie alleine betreuen muss und in dem Fall hat man halt gesagt naja gut diese BR-I zwei Schulungen müssen sie ja sowieso machen dann können wir Arbeitgebernahenliste natürlich anbieten, bei uns die Schulungen zu machen.

00:07:37: Und hat dann einen Kollegen ausgesucht von dem man wusste der ist e-Kämpferisch unterwegs und Der selber auch türkisch kann.

00:07:45: Also auch zumindest mal den Teil der Community der dein Betriebsrat ist der türkis spricht direkt selber ansprechen kann.

00:07:51: das haben sie gemacht und Haben das geschafft in einem eigentlich relativ kurzen Prozess, wenn man will.

00:07:59: Also über zwei, drei Tage, wo diese Schulung ging die Liste des Arbeitgebers geschlossen in die Gewerkschaft zu ziehen.

00:08:08: Die sind alle Gewerk-... Tschüss!

00:08:10: Gerne doch.

00:08:12: ...die sind also alle Gewerkungsmitglieder geworden und haben sich dann auch hinter die Forderungen gestellt einen Tarifvertrag zu erkennen.

00:08:21: Und damit stand man sozusagen jetzt nach.

00:08:24: ich glaube Jetzt sind wir etwa, ich habe die Zeiten nicht gut im Kopf.

00:08:27: Wir missten sie auch irgendwo.

00:08:28: Ich hatte so eine Liste gemacht.

00:08:33: Genau.

00:08:33: also wir sind jetzt praktisch ein Jahr nachdem dieser ganze Prozess angefangen hat.

00:08:39: twenty-fünfundzwanzig.

00:08:40: der Betriebsrat ist dann konsolidiert und so drei vier Monate später weil diese Schulung relativ schnell waren haben wir praktisch auch einen geeinten Betriebesrat.

00:08:53: Dann hat man gesagt, okay jetzt nutzen wir diese neue Welle der Solidarität in Betrieb.

00:09:01: Dass wir Intervierverhandlungen gehen.

00:09:03: Das hat der Arbeitgeber natürlich auch erstmal abgelehnt und hat gesagt, er verhandelt über einen besseren Lohn.

00:09:09: alles gar keine Frage, kein Problem aber sein Ansprechpartner ist der Betriebsrat und nicht die Gewerkschaft.

00:09:16: Und das haben die Kollegen glücklicherweise nicht mitgemacht und sind aufgrund dieser Haltung, weil sie eine Tarifkommission gegründet haben und der Arbeitgeber dann gesagt hat er verhandelt eben mit ihnen aber nicht mit der Gewerkschaft.

00:09:28: Haben die gesagt naja wir sind gar nicht legitimiert jetzt die Gewerksamkeit rauszumachen?

00:09:32: Weil wir sind als Tarif-Kommission gewählt.

00:09:34: also wir sind bestimmt von der Gewerkschaft und entsprechend ist das auch unser Auftrag.

00:09:37: Wir können über einen Tarif mit ihr verhandeln Aber nicht über was anderes.

00:09:42: Dafür sind wir nicht Sind wir nicht legitimiert.

00:09:48: Und dann Hat Magda gesagt gut Dann machen wir ein Wandstreik.

00:09:52: Und jetzt sind wir also im Frühjahr, Ende Frühjahrenfang Sommer letzten Jahres.

00:09:58: Das ist dann auch der Moment wo ich mit dazukam beim ersten Wandstreik und da hat sich relativ schnell abgezeichnet dass der Arbeitskampf selber relativ anstrengend wird das er sich erstmal gar nicht davon beeindrucken lässt.

00:10:16: Ich kriege die einzelnen Tage glaube ich nicht mehr super gut auseinander dividiert.

00:10:21: Es sind eben am Anfang, da war so eine Forderung, dreihundertfünfundsiebzig Euro mindestens sollen dabei rauskommen.

00:10:29: Ich weiß nicht genau von wann das Foto ist aber an meinem Präunekrat und Siddarfspräunenkrat sieht man auf jeden Fall ab.

00:10:33: Da waren wir schon ein paar Tage vor dem Werkstour.

00:10:38: Das geht bei mir immer recht schnell darin kann man es dann ablesen.

00:10:42: Da hat er sich dann verschiedene schöne Sachen einfallen lassen um diese Wandstreiks zu unterbinden.

00:10:49: Die Wandstreik selber haben wir ein bisschen anders eingesetzt, als ihr das von Verdi kennt.

00:10:53: Also die wurden hier tatsächlich alle nacheinander ausgerufen.

00:10:58: Wir haben einen Wandstreich gemacht für den ganzen Tag und am nächsten Morgen gleich wieder den nächsten Wandstreck ausgeruft.

00:11:03: Also schon in der Wandstreifphase hatte das sozusagen einen Moment vom nicht offizieller Ausgerufenden.

00:11:09: aber von dem Übergang sag ich mal eine dauerhafte Blockade.

00:11:16: Man muss ja zusagen diese Die Bittert ist ja ein Döner-Spießproduzent und da kommen am Tag ein paar Tonnen Fleisch.

00:11:25: Und die Spekulation war immer, man darf nicht zu früh sagen dass man kommt und das blockiert weil wenn dieses Fleisch gar nicht anliefern... Ist ja auch nicht gut.

00:11:33: dann kann es vielleicht auch, wir haben noch Fabriken in Polen und Italien.

00:11:36: Wir haben bis zum Ende nicht rausgefunden wie groß da eigentlich die Kapazitäten sind.

00:11:40: in den anderen Fabricken wussten auch nicht wie das logistisch ist.

00:11:43: also Die Wirkung soll der Streik eigentlich ist, wenn wer das praktisch vorher weiß und vielleicht das Fleisch dann woanders verarbeiten kann.

00:11:50: Deswegen war da sozusagen immer wichtig möglichst knapp immer alles zu machen also möglich so dass auch die Beschäftigten selber gar nicht wissen wann der Wandstreik ausgerufen wird sodass auf jeden Fall immer das Fleisch erst mal hergekart wird und dass es möglichst erstmal wehtut.

00:12:04: Ja gut und das wollte er entsprechend unterbinden, eine der Sachen die wir dann gemerkt haben ist.

00:12:08: Wir haben uns also getroffen um sieben Uhr oder so vom Werkstor am Anfang und dann waren schon Kollegen drin von denen wir auch wussten dass die eigentlich stabil sind, dass die Gewerkschaftsmitglieder sind und trotzdem gearbeitet haben.

00:12:20: und dann war halt die große Frage warum machen die das?

00:12:23: Und dann haben uns Kollegen erzählt zur derzeit auch faire Mobilität übrigens vor Ort.

00:12:29: Vielleicht nicht unwichtig, damit wir überhaupt die Kommunikation hinbekommen waren also zwei drei Kollegen da, die eben Bulgarisch und Rumänisch gesprochen haben.

00:12:37: Und dann haben wir herausgefunden Der nette Manager von Birthert ist nicht nur Manager von birthert sondern dem gehören auch noch diverse Wohnungen in Ludwigsburg und er ist auch noch der Vermieter von gar nicht wenig Leuten.

00:12:49: Und dann ist er morgens also in die Wohnungen gegangen und hat da die Kolleginnen und Kollegen abgeholt, und da reingefahren.

00:12:56: Wieso wir dann aus der Community von den Leuten, die ein bisschen besser verdient haben und die auch nicht in diesen Wohnungen gewohnt haben, Streitposten gebildet haben, die morgens sich vor diese Wohnungen gestellt haben damit der Chef nicht reinkommt?

00:13:10: Das hat auch funktioniert!

00:13:11: Der ist dann irgendwie morgens rumgelaufen, was machen sie hier... Da war Magda auch mit dabei, einfach nochmal so zu sagen.

00:13:18: Einfach zum Rechtsschutz.

00:13:20: und dann muss er wohl so getan haben als würde er irgendwie sich das Haus angucken was ausgebessert werden muss und so und hat gesagt ja gut es weiß das ja und ist dann gegangen Und das war aber noch gar nicht das letzte sozusagen.

00:13:30: also wenn man denken sollte jetzt haben wir's geschafft dass da die Mannschaft zusammen ist nein nein Dann haben plötzlich die Afghanen drin gearbeitet Die aber auch Gewerkschaftsmitglied waren.

00:13:38: wo dann die Frage war okay wieso Wieso sind die jetzt Streikbrecher?

00:13:41: Nein, da war es ganz ähnlich.

00:13:43: Die sind immer morgens mit dem Bus angefahren.

00:13:45: Das hat man natürlich auch gewusst und dann war da niemand von uns.

00:13:48: also ist der morgens an der Bushaltestelle vorbeigefahren Und das ist halt immer dieses moralische Druckmoment wenn er die halt alleine anspricht unter keinen Gewerkschaftsmitgliedes was erfahren ist.

00:13:57: Dann waren diese sich halt unsicher ob sie jetzt die Arbeit verweigern dürfen und sind dann da eingestiegen und sind halt weggefahren worden Genau in einer Halle zusammen und sehen sich sowieso.

00:14:10: Also ich frage, weil bei uns ist so jeder sitzt im Büro und du musst Einzelansprache machen am Freitag?

00:14:17: Ja.

00:14:17: Und bei denen hast du deine Multiplikatoren und die sehen dann, der Kollege geht raus und dann schließe ich mich halt an und schon habe ich die Schicht draußen.

00:14:26: Die Schicht kommt relativ zeitgleich also sie haben tatsächlich praktisch eine Öffnungszeit.

00:14:32: Dann waren wir dann immer da, ich glaube um sieben Uhr.

00:14:35: Das war bei den Streiktagen nicht so richtig gut rauszufinden weil wie gesagt ab dem zweiten Tag waren wir ja immer viel früher da um dieses Leute abholen zu verhindern.

00:14:42: deswegen waren wir denn immer um fünf Uhr da oder so.

00:14:45: Deswegen war das sowieso kein Problem.

00:14:47: es gibt nur diesen einen Eingang Genau also ab dem Zweiten Tag.

00:14:51: Wie gesagt am ersten ließ das alles noch aber so.

00:14:53: ab dem Zweitentag war eh klar Wir müssen früh da sein weil der eben verschiedenste Sachen machten, die Leute abzuholen und dann haben wir möglichst verhindert dass sie überhaupt reingehen.

00:15:02: Man muss aber dazusagen das hat so gut funktioniert bei der Produktion.

00:15:05: also es gab noch zwei drei Frauen die im Büro gearbeitet haben.

00:15:07: die haben auch teilweise mit uns gequatscht fanden das irgendwie mehr oder minder sympathisch aber die waren immer so.

00:15:12: nein ich sitze mit dem Chefin ein Büro und ich kann nicht streiken und sozusagen die sind dann immer reingegangen.

00:15:18: Aber die Produktion, da waren immer so maximal zwei bis drei Leute während dem Streik drinnen.

00:15:24: Keine Ahnung was er mit denen gemacht hat.

00:15:25: Das haben wir auch bis zum Ende nicht richtig rausgefunden, was ihm das eigentlich bringt wenn es zwei bis trei Leute in der Produktion sind weil eins und Döner spiel irgendwie hundertsechzig Kilo oder sowas.

00:15:35: also den stemmst du allein auch zu tritt nicht so richtig gut.

00:15:41: Na ja was sich dann relativ schnell gebildet hat, weil wir eben das Problem hatten für ihre Mobilität über die Maßen strapaziert, schon in der ersten Woche.

00:15:49: Weil irgendwie der eine Kollege war glaube ich aus Mannheim von... mich ist jetzt nicht falsch gesagt zwar nicht faire Mobilität sondern man hat meistens die glaube ich faire Arbeit.

00:15:55: Das gleiche Organisation den Grünen aber der ist praktisch aus Manheim hergefahren für die Streiks und er hat natürlich relativ schnell gesagt Leute ich habe irre viel zu tun!

00:16:03: Ich kann das nicht auf Dauer leisten.

00:16:06: Und dann ist uns aber aufgefallen dass es eigentlich in den Communities immer irgendwelche Polyklotten-Leute gibt, die das nur nicht raushängen lassen weil sie halt ihren eigenen Ansprüchen genügend die Sprache eigentlich nicht gut sprechen.

00:16:19: Aber bei den Gummänen gab es eine, die hat ganz offensichtlich verstanden was da auf Türkisch gesprochen wurde.

00:16:28: Bekennst du die Geschichte?

00:16:31: Stimmt, stimmt!

00:16:32: Es wird alles aufgenommen Genau, also die Andrea ist immer so ein Beispiel dafür wo wir herausgefunden haben okay.

00:16:40: Also die versteht sozusagen dass das türkisch.

00:16:42: kann das übersetzen?

00:16:43: Wir haben bei den Rumänen dann eingefunden Bei dem Bulgarien der auch rumänisch ganz gut versteht und So haben wir dann so eine Kette immer gebildet also immer auf den gleichen drei vier Leuten muso.

00:16:54: Der Betriebsratsvorsitzende War Dann der Multiplikator der praktisch des deutscher versteht Und dann ins türkische übersetzt.

00:17:03: und so haben wir nach dem Prinzip Flüster-Post auf den Streiks dann tatsächlich mit allen Communities kommunizieren können.

00:17:12: Und da gibt es auch Videos dazu, die könnt ihr euch dann noch angucken auf Instagram.

00:17:15: und das ist auch tatsächlich wie Flüster Post weil ich habe ja selber jeden Tag immer irgendwas gesagt und das war auf jede Sprache eine derart unterschiedliche Länge dass ich mir also ganz sicher bin gesagt wurde, wirklich nur noch näherungsweise was mit dem zu tun hat hier mit dem ich angefangen hatte.

00:17:34: Also das war so ein bisschen beliebig.

00:17:37: aber die große Stärke davon war dann eben nicht die wortgetreue Wiedergabe von dem was man gesagt hat sondern dass man über die ersten drei vier Streiktage gemerkt hat.

00:17:47: diese Leute die da übersetzt haben Das waren nicht nur Übersetzer, sondern die sind Aktivposten dafür geworden.

00:17:53: Weil sie sich dann als Sprecherin ihrer jeweiligen Communities verstanden haben.

00:17:57: D.h.,

00:17:57: die Leute kamen auf Sie zu mit den Problemen, die Sie haben und die haben die Probleme wieder an uns kommuniziert.

00:18:02: Und dadurch konnten wir ganz viel abwenden und bewältigen was in dem Arbeitskampf erst mal gar nicht so absehbar war dass wir das hinbekommen.

00:18:12: So zwei Punkte an denen man es ganz gut illustrieren kann ist Hier sieht man so ganz schön dieses kleine Zeltchen mit Kaffee und sowas, was davor war.

00:18:21: Und da saßen zum Beispiel am siebten achten Streiktag plötzlich junge Kollegen aus Rumänien bei uns die keiner vorher gesehen hatte.

00:18:32: Da kamen dann eben relativ schnell raus, die sind gerade frisch angekommen und wurden neu eingestellt und ihnen wurde eine Prämie von fünfhundert Euro versprochen wenn Sie jetzt gleich anfangen zu arbeiten Und die konnten wir dann relativ schnell agitieren, die sind auch gleich Gewerkschaftsmitglied geworden.

00:18:47: Nur sie haben halt gesagt... Wir brauchen das Geld!

00:18:51: Also es wurden bar auf die Hand am ersten Tag von so einem Euro versprochen.

00:18:55: Das haben wir wiederum für den Vermieter oder für sonst was eingeplant.

00:18:58: also wir brauchen das geld.

00:19:00: und da habe ich den ganzen Tag rumtelefoniert weil ich dachte okay gut Ist ja nicht der erste Streik, den die Gewerkschaft durchführt und das erschien mir naiverweise wie ein ganz klassisches Problem.

00:19:12: Also dachte ich halt dadurch dass ich vom DGB bin und nicht von den Einzelgewerkschaften kenne ich dieses Problem halt nicht.

00:19:17: aber die Gewerkschaften haben irgendeinen Umgang damit wenn man mitten während dem Streichleute eingestellt werden die sogar mit streiken wollen aber die natürlich Geld brauchen.

00:19:25: Spoiler!

00:19:26: Nein!

00:19:28: Jetzt ganz im Nachhinein habe ich herausgefunden, doch es gibt ein paar Strukturen die man hätte ansprechen können.

00:19:33: Aber an dem Tag habe ich also mit der Kufa-Kulter, mit Gewerkschafter helfen und alle möglichen rumtelefoniert was ich kannte.

00:19:42: Ich bin irgendwann bei der Sozialpfarrer Paul Schobel.

00:19:52: Irgendwann bin ich bei Paul Schoble gelandet, weil ich wirklich ... Der hat dann noch gesagt ja also innerhalb von in wie drei vier Tagen organisierter Geld.

00:20:00: Das kriegen wir irgendwie hin.

00:20:01: aber drei oder vier Tage war halt auch kein Zeithorizont der uns irgendwie geholfen hat, weil das Ausmaß an Präkariats sollte man glaube ich nicht unterschätzen was da aufschlägt.

00:20:12: es waren wirklich Leute die haben damit gerechnet bekommen jetzt fünfhundert Euro und sozusagen das muss man machen.

00:20:18: Und dann habe ich beschlossen tue einfach auf PayPal einen Spendenaufruf starten, terminiert auf Zehntausend Euro und nutze sozusagen meine Social Media Connections die ich da hab.

00:20:33: Und guck mal wie gut das funktioniert.

00:20:34: zu dem Zeitpunkt waren wir ja schon ganz gut in der überregionalen Presse.

00:20:37: Habt es über so linke Podcasts wo ich eben selber auch Podcast mache und so dann gestreut und innerhalb von vierundzwanzig Stunden hatten wir die Zehentausende Euro.

00:20:46: also war ich dann selbst relativ erstaunt.

00:20:48: dass lief richtig gut Lief auch nicht friktionsfrei übrigens, weil diese ganze Gerechtigkeitsthematik dann natürlich eine Riesenrolle spielt.

00:20:57: Weil die Leute, die die Streiks ja maßgeblich organisiert haben, die mit dem Betriebsrat gekämpft haben den zu gründen, die selber betriebsräte waren, die hatten ja zur dem Zeitpunkt alle noch kein Streichgeld gesehen.

00:21:09: Alle Leute, der praktisch sich an das Prozedere gehalten hat seit einem Jahr Gewerkschaftsmitglieder sind, die sich organisiert die sich um alles gekümmert haben, haben kein Geld.

00:21:18: Während andere Leute jetzt sozusagen unbürokratisch sieben achthundert Euro bekommen haben.

00:21:24: Haben wir eingefangen bekommen darüber dass wir dann so ein klages Prinzip hatten das der Betriebsrat zusammen mit der Gewerkschaftskriterien auch des einzeln durchgeht wer wie viel geld bekommt.

00:21:35: das wurde denn alles festgehalten und ist nicht unkompliziert aber es war eine der großen Fallstrecke die wir geschafft haben trotzdem einzufangen.

00:21:50: Und mit so einem Grund, wieso wir ja auch eine große Sauschelmedia Präsenz hatten war natürlich dass wir viele Unterstützer hatten.

00:22:02: das hier ist zum Beispiel die Poschüre von Diddif.

00:22:06: ich weiß nicht ob ihr die kennt.

00:22:07: Das ist so ne türkische Migrantenorganisation.

00:22:09: Hier.

00:22:09: als Falken kennen wir sie gut weil die mit uns auch mal Zeltlager machen Und die waren eigentlich auch jeden Tag da.

00:22:19: Und wie krass diese türkische Community, türkisch-kurtische Community um Diddelf organisiert ist, ist mir tatsächlich erst während diesem Streik so richtig klar geworden und auch danach – weil ich war dann in Frankfurt eingeladen von der NGG, das sollte ich ein bisschen über den Streik erzählen, weil ihre eigenen Leute von der direkt nach dem Streik wieder voll gewesen mit Arbeit, aber als DGB fand ich dann gut sagen, gut.

00:22:42: Ich gehe hin und erzähle denen ein bisschen was darüber... Und überall wo ich seit dem Vorträge halte, selbst wenn nicht das als... Ich bin auch so in meinem Privatleben irgendwie Soziologe und mache irgendwas zur Digitalisierung.

00:22:52: und inzwischen ist es wirklich so wegen dem Diddiff-Streik sind immer irgendwelche Leute von Diddif auf meinen Vorträgen.

00:22:57: also ich war letzte Woche in Jena... In Jena im... Nein den völlig Tiefen verwirrt wurde, ich war die Letzterheit in so vielen verschiedenen Städten.

00:23:10: Welchen Bündnis, das ist eine gute Frage.

00:23:12: Kommt gleich wieder!

00:23:14: Ich war auf jeden Fall im Duisburg und zwar auf dem Podium einer Konferenz von Pluch Ale Ökonomik also von VWLern Und da zum Thema Deindustrialisierung und wie man damit umgeht.

00:23:28: Und dann kam am Anfang, also so ein mittelalter türkischer Kollege auf mich zu Ersinan ist im Betriebsrat von der Reinigungsfirma hier in Duisburg und er wollte nur vorbeikommen sich noch mal zu bedanken dass ich das bei Bild hat gemacht habe.

00:23:42: ganz tolle Sache.

00:23:43: Ich soll Grüße an Ali sagen.

00:23:44: Also nur sozusagen zur Illustration was das für ein Netzwerk ist also dass wir diese zehn tausend Euro zusammen bekommen haben.

00:23:51: Das wird schon sehr große Maße mit denen zusammengehangen haben, weil mir auch Sinan erzählt hat.

00:23:57: Er hat bei sich im Betrieb dreihundert Euro gesammelt und hat sich dann noch dafür entschuldigt, weil er gesagt hat wir sind halt Reinigungsleute, wir haben nicht so viel Geld.

00:24:05: Aber das heißt da haben also türkische Kollegen die in der Reinigungshirma in Duisburg arbeiten, haben dreihundert Euro sammelt als wir gesagt haben Wir brauchen hier dafür Geld.

00:24:13: Also nur damit man mal eine Vorstellung hat was es für Strukturen sind und wie die Leute da ticken.

00:24:22: Also fand ich tatsächlich auch jetzt nochmal ganz schön beeindruckend und ehrlich gesagt ein bisschen bewegend.

00:24:30: Genau, das war so... Ich habe ja angekündigt zu zwei große Sachen die man bewerkstelligt hat.

00:24:37: Ja, das ist vielleicht was das hab' ich noch gar nicht erwähnt, dass hier eine kurdische Hochzeit-Trommel also wenn ihr mal auf einer kurdischen Hochzeit war kennt ihr sie?

00:24:47: Super wichtiges Instrument weil das für eine super Stimmung gesorgt hat, wo der wahnsinnig viel getanzt immer bei dem Streik was echt nicht unwichtig ist.

00:24:58: Und auch da ist übrigens kleiner Teil des Spendengelts hingegangen, weil diese Trommel irgendwann beschädigt wurde und da haben wir die Reparatur bezahlt, weil sie hatte sich auch nur von seinem Cousin ausgeliehen.

00:25:08: Genau bevor es nach Familienzwistigkeiten gibt, haben wir gesagt Wir machen das!

00:25:16: Vielleicht also... Wenn man die Highlights rausstellen will, was sozusagen große Hürden waren.

00:25:21: Ich glaube eine große Fallstrecke über den wir hätten fallen können sind diese Kollegen, die da als de facto Streikbrecher eingestellt wurden.

00:25:27: also ich glaube das war eine wichtige Sache dass man das in Christ bekommen hat.

00:25:30: Die zweite Sache natürlich, dass man überhaupt diese Communities zusammenbekommen hat weil das sah lange Zeit auch nicht so aus Weil man natürlich sagen muss dieser Nasenlohn war natürlich auf die Communities verteilt.

00:25:42: Männer und Frauen waren unterschiedlich.

00:25:43: Das fand ich auch ganz spannend.

00:25:45: Arbeitssoziologe kenne ich immer diesen bereinigten Gender-Pay Gap und was man dann alles reinrechnen muss, damit man die Differenz der Löhne zwischen Männern und Frauen sieht.

00:25:53: Aber da haben wir wirklich einen Lohnunterschied, der einfach so ganz klassisch... Also sozusagen die Frau hat einfach für die gleiche Arbeit in gleichen Stundenzahl einfach weniger Geld bekommen.

00:26:01: Da muss man auch sagen, das sieht man eigentlich gar nicht mehr.

00:26:03: so häufig war aber der Fall Und natürlich eben auch dass die Rumänen und die Bulgarien im Durchschnitt einfach weniger geld bekommen als die Türken oder Kurden was ihr damit zusammenhängt, dass der Besitz ein Code ist.

00:26:17: Das würde ich jetzt mal behaupten!

00:26:21: Und das hier ist auch noch so ein wunderschönes Dokument.

00:26:26: Ich freue mich auch sehr, dass die NGG das nochmal glücklicherweise gesichert hat.

00:26:31: für die Ausstellung sowas, da gibt man ja leicht so etwas einzuscannen, dass man es hat.

00:26:36: An einem Tag den zweiten oder dritten hatten wir diesen netten Zettel hier überall verteilt gefunden und zwar für die Leute, die jetzt nur zuhören einen Zettel von Adam Isbier mit freundlichen Grüßen und mit Birthatsstempel unterschrieben, der die Leute darauf hinweist dass wenn sie heute nicht am Streik teilnehmen bekommen Sie eine Prämienhöhe von zweihundert Euro.

00:27:03: Und wenn es nur halbtägiger Streik ist dann kriegen Sie halt die Anteilige also Hälfte der Prämie.

00:27:09: man beachte das genau.

00:27:13: großartig ist.

00:27:14: Du siehst hier richtig, genau.

00:27:15: Das sind Beispiele die sind rot unterlegt.

00:27:17: da hat sein Anwalt ihm das offensichtlich geschickt und gesagt hier setzen Sie die Zahlen ein, die Sie wollen.

00:27:22: Und der Chef hat das aber offensichtlich auch nicht geblickt und hat es einfach so ausgedruckt und verteilt.

00:27:28: Auch da wussten wir sozusagen nicht wie das ausgeht weil das ist wie gesagt ein ganz schöner Batzen Geld für die Leute Ausgegangen.

00:27:36: ist es so?

00:27:36: Die haben selber an dem Morgen ein Schild gemalt und wir haben auch richtig gemerkt, dass hat die noch mal richtig agitiert für uns.

00:27:43: Also das war richtig gut weil auf diesem Schild hier oben... Wir verkaufen uns nicht für zwei Hundert Euro.

00:27:48: Das hat die in ihrem Ehrgefühl angegriffen und zwar ganz massiv.

00:27:51: also das fanden die sozusagen unter aller Sau die Vorstellungen man kann uns und unseren Arbeitskampf jetzt beenden indem man uns so zu sagen bisschen Geld gibt.

00:28:00: als auch da fand ich ganz spannend Dass man sagen muss.

00:28:04: immer wieder hat der Arbeitgeber das geschafft in Situation wo uns die Puste auszugehen schien, durch die Art wir uns angegriffen hat wirklich das Feuer wieder neu zu entfachen.

00:28:15: Weil also es wäre eine andere Sache gewesen hätte er eben über den Betriebsrat gesagt Es sieht jetzt ein man muss auf Augenhöhe sein und dass was den Leuten wichtig ist in ihrem Selbstverständnis Wir hätten etwas erreicht durch den Kampf aber in dieser Kommunikation ihr erreicht nichts durch den Kampf Aber er könnte ihn verraten.

00:28:31: Das war ne Sorte Kommunikations Die war wirklich unproduktiv für ihn.

00:28:38: Und genau, ich glaube sozusagen das ist mal so die grobe Geschichte.

00:28:45: Insgesamt es waren nach vier oder fünf dieser Wandstreiks also die de facto ja ein bisschen übergegangen sind.

00:28:52: in den unbefristeten Streik gab's dann die Urabstimmung.

00:28:55: Die ist zu hundert Prozent ausgegangen für den un befristeten Streich und nach insgesamt... Ich vergesse die Zeit jedes Mal zehn, elf oder zwölf Streiktagen, hat sich dann abgezeichnet.

00:29:11: Es kommt jetzt zu einem Tarifvertrag und da gab es noch mal so einen Marathon der elf oder zwölf Stunden ging an Verhandlungen.

00:29:18: also das Ergebnis wurde um zwölfe Uhr nachts verkündet.

00:29:22: Das war auch in diesem letzten Tag weil ich zum ersten Mal in meinem Leben dann vierundzwanzig Stunden auf einem Streik, weil ich wollte dann nicht nach Hause gehen, weil dann klar war jetzt irgendwann kommt das Ergebnis und dann saßen wir halt herum und haben gewattet Zwölf Uhr nachts, glaube ich.

00:29:37: ARD oder so war dann noch da und ... Dann war praktisch klar der Arbeitskämpfkampf ist jetzt beendet und der Tarifvertrag ist durch.

00:29:48: Und das ist natürlich auch nicht das Ende der Geschichte.

00:29:51: also jetzt wird über einen Mantel-Tarifvertraget verhandelt und es gibt da viel im Anschluss.

00:29:55: vielleicht noch ganz spannend weil die Einigung selber ist wirklich schwer zu sagen Die steht am Anfang von der Proschüre, die raus kommt.

00:30:08: Deswegen, weil das kennt ihr ja, je nachdem wo du vorher einsortiert warst ist es sehr unterschiedlich was die Leute mehr an Geld bekommen.

00:30:20: Die die am meisten bekommen wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe alle Angaben ohne Gewehr ist siebzehn Prozent mehr Lohn von einem wirklich niedrigen Grundniveau muss man sagen.

00:30:31: Und es gibt dann aber an der Spitze tatsächlich auch Leute, die Produktionsleitung gemacht haben.

00:30:37: und so wo man sagen muss da ist es relativ unerheblich was die an mehr Geld bekommen.

00:30:42: Was auch wieder für viel Unmut natürlich auch im Nachhinein gesorgt hat.

00:30:46: also das ist sozusagen etwas, was spannend war und ist für mich am Streik also einerseits ein Riesen Erfolg.

00:30:56: also man hat sozusagen geschafft Betrieb zu organisieren Dessen ganze Branche ist unorganisierbar galt und dessen Betrieb im konkreten Einzelnen das unorganiserbar Galt.

00:31:08: Und gleichzeitig hat man den Widerspruch, dass was man erreicht hat stehen jetzt halt ganz viele da und sagen ja das mehr als vorher aber das reicht halt immer noch nicht zum Leben.

00:31:19: Und entsprechend sozusagen wird gesagt gut es natürlich auch nicht.

00:31:23: das Ende verweist auf die Mantelverhandlungen wir jetzt anstehen und was da ist.

00:31:28: allerdings verweißt es auch wenn man mir diese Sehr kunstsätzliche Bemerkungen am Ende erlaubt auf die ziemliche Untauglichkeit des Lohnes als Lebensmittel, dass diese Leute nämlich ganz offensichtlich in einer Branche unterwegs sind.

00:31:43: Wo sie damit Sie Gewinn erwirtschaften halt immer gerade so irgendwie zurechtkommen.

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