10 Jahre zivile Flotte
Shownotes
Zur Ausstellung in Kirchheim geht es hier:
https://bw.dgb.de/mitmachen/termine-und-aktionen/termin/10-jahre-zivile-seenotrettung/
Zu Luna Alis Buch geht es hier:
https://www.fischerverlage.de/buch/luna-ali-da-waren-tage-9783103975505
Zu Chris Grodotzkis Buch geht es hier:
https://www.mandelbaum.at/buecher/chris-grodotzki/kein-land-in-sicht/
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00:00:11: Hi, schön dass ihr alle da seid.
00:00:14: Ihr fragt euch vielleicht wie Chris und ich dazu gekommen sind diese Lesungen zusammen zu machen?
00:00:21: Wir sind nicht nur befreundet und wir machen es auch nicht nur weil wir befreündet sind sondern weil wir festgestellt haben das sich durchaus eben Überschneidung zwischen unseren Büchern ergeben.
00:00:32: Einerseits ist, glaube ich, eine wichtige Überschneidung.
00:00:39: Das Buch von Christ als Sachbuch und mein Buch als Roman beschäftigen sich mit der Frage von politischen Handeln.
00:00:49: Die andere ist eine historische, würde ich sagen.
00:00:54: Ich glaube die Seenotrettung hätte es so nicht gegeben, wenn es den Arabischen Frühling nicht gegeben hätte und das ist quasi so der Ursprung auch beider Bücher.
00:01:05: Und die letzte ist, dass wir beide auf eine Art versuchen einen Rückblick oder zurückzuschauen um eigentlich zu versuchen in die Zukunft zu blicken.
00:01:17: So ein bisschen weiter benjonenmäßig Genau!
00:01:20: Und so sind wir dann irgendwie dazu gekommen zu sagen hey machen die Lesungen zusammen Und das haben wir letztes Jahr sehr viel gemacht, über zehn Lesungen.
00:01:29: Ich hatte mir eigentlich vorgenommen dieses Halbjahr keine Lesung zu machen und dann hat mich
00:01:33: Chris gefragt
00:01:34: und ich konnte natürlich nicht nein sagen.
00:01:40: Genau!
00:01:41: Damit übergebe ich auch schon an Chris und die erste Textstelle.
00:01:55: Ja, danke schön noch mal von mir.
00:01:58: Eine kurze Einleitung, weil ihr habt es ja gesehen.
00:02:02: Das Buch heißt zehn Jahre zivilen Seenotrettung und kam letztes Jahr raus.
00:02:06: Und die Ausstellung heißt zehn jahre zivile Flotte und findet dieses Jahr statt.
00:02:10: Wir haben zweimal zehn Jahre jetzt beschlossen zu feiern und das liegt daran dass quasi die also die Idee dahinter ist so ein bisschen.
00:02:18: Einerseits wollten wir die Ausstellungen auch letztes hier ursprünglich machen aber Die Seenodrettung hat ... und die Zividesenotrettung mit Sea-Watch... ...und Ärzte ohne Grenzen, die drei Schiffe aufs Mittelmeer geschickt haben.
00:02:34: Und was dann passiert ist, das hat damals nämlich noch gar niemand erwartet,... ...ist dass daraus eine riesige Bewegung entstanden sind,... ...dass sich ganz viele Organisationen gegründet haben... ....und ganz viele Schiffe aus dem Mittelmeerm geschickt habe.
00:02:46: Unter anderem Jugendrettet,
00:02:47: C.I.,
00:02:48: Proaktiver Open Arms in Spanien, Militärernäher in Italien.
00:02:53: Save the Children, auch eine Riesen-Organisation hat sich auch noch angeschlossen.
00:02:57: Es gab ganz viele kleine bis große Organisationen die diese Flotte dann gestartet haben, die dann eben im Jahr zweizigsechzehn tatsächlich einen riesigen Unterschied im Mittelmeer gemacht hat.
00:03:08: Genau ich fange jetzt die Lesung aber trotzdem nochmal zwanzig fünfzehn an also vor elf Jahren und zwar ziemlich genau vor elf jahren Anfang April mit einer Geschichte aus der Sea-Watch Gründungszeit Eine Minute Menschlichkeit.
00:03:29: Während sich an der Elbe Kapitänin und Crew die Klinke in die Hand gaben, ah ja vielleicht noch kurz zur... braucht's die Einordnung?
00:03:37: Braucht es wahrscheinlich noch?
00:03:37: Stuart kann so zustande das dass sich ein paar Brandenburger und Berliner Landratten zusammengeschlossen haben und gesagt haben, nach diesen Bootsunerlückungen in den Jahr zwei Tausend Dreizehn.
00:03:49: Nach dem Italien die Seenotrettungsmission, die staatliche Seenottrettungsmission war in Nostrum zwanzig vierzehn eingestellt hatte das es so nicht geht dass die EU die Leute da nicht einfach trinken kann und haben dann so ein hundert Jahre alten Fischgutter gekauft.
00:04:03: Den haben sie Sea-Watch getauft und umgebaut und sind damit Richtung Mittelmeer gefahren.
00:04:07: Und an diesem Punkt sind wir jetzt quasi während sich an der Elbe Kapitänin und Crew die Klinke in die Hand gab war im Mittelmeer am twelften April, twenty-fünfzehn ein weiteres Boot gesunken.
00:04:20: Vierhundert Menschen hatten ihr Leben verloren und Harald Höppner – der Gründer von SeaWatch – eine Einladung zu Günther Jauch erhalten.
00:04:28: Thema der brandaktuellen Sendung das Flüchtlingsdrama.
00:04:31: Was ist unsere Pflicht?
00:04:35: Weitere Gäste rechtspopulist Roger Köppel von der Schweizer Weltwoche rechtspopulus und Ex-Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich vom CSU.
00:04:43: besorgter Bürger Christian Hase von der Bürgerinitiative Bautzen und Heribert Brantel, der abschottungskritische Politikchef der Süddeutschen Zeitung.
00:04:53: Ein Pendelfoll weißer Männer mit klarer Schlagseite nach rechts.
00:04:57: Allerdings hatten Jauch und sein Produktionsteam nicht mit ruhigen Neugebauer gerechnet.
00:05:03: Der konnte sich als frisch gebankener Sewage Pressesprecher die Gelegenheit nicht nehmen lassen eine der wichtigsten deutschen Polit-Talkshows in guter Kommunikationsgerehe manier zu kapeln.
00:05:15: Außerdem hatte er bedenken, dass Hans-On Harald in einer Runde gut geschulter rhetorischer Politiker schlichtweg schlecht abschneiden würde.
00:05:24: Ja da haben wir dann halt erstmal bei der Produktionsfirma angerufen und gesagt wenn nicht mindestens eine Frau und eine betroffene Person mit auf dem Pendel sitzen Dann sagen wir die Teilnahme öffentlichkeitswirksam ab.
00:05:41: Und dann haben sie tatsächlich noch eine geflüchtete Frau eingeladen Maja Alchechen, die auch den besten Satz der ganzen Talkshow gesagt hat.
00:05:49: Ich bin den Schleppern dankbar.
00:05:53: Nachdem Haralds Platz auf der Bühne erfolgreich unverteilt war, blieb mir mein Auftritt als Publikumsgast, den ich auch in einer Gesprächspause des Podiums zu seinem Projekt befragen würde.
00:06:05: Harald hatte bereits im Scherz angekündigt eine Schweigeminute einzufordern falls er sich in die eckige Dring-Fühle.
00:06:12: nach einigen Überlegungen im Kreise unserer Kollektivkolleginnen bei Chip und Peng überzeugten.
00:06:17: Ruhm Überzeugte Ruben Harald von der Idee, diese schweige Minute zum Kerninhaltserseines Auftritts zu machen.
00:06:26: Außerdem übte er mit Harald drei Sätze um den Moment der Stille zu erzwingen.
00:06:32: Einer davon lautete Deutschland muss eine Minute haben um diesen Menschen zu gedenken.
00:06:39: Am Abend der Sendung ist die Stimmung an Bord des Seewatch angespannt.
00:06:43: oder wie Ruben sagt Gott hatte ich Schiss in dem Moment dass das schief geht Denn C-Watch war eben nicht das Pen-Kollektiv oder das Zentrum für politische Schönheit.
00:06:53: Bisher waren die Medien und die breite Öffentlichkeit dem Projekt mit großem Wohlwollen begegnet, dass es für einen Medienstand zu verspielen wäre fahrlässig gewesen und hätte die Aussichten einer praktischen Intervention im zentralen Mittelmeer in vielerlei Hinsicht zurückwerfen können.
00:07:13: Gleichzeitig verlangte die Realität eine schweige Minute am Vorabend der Sendung.
00:07:18: dem war ein weiteres, völlig überladenes Holzboot zwischen Libyen und Italien gekenntert.
00:07:26: Noch waren die Zahlen unklar – die wenigen Überlebenden berichteten von bis zu neunhundert Menschen an Bord.
00:07:32: Tatsächlich würde sich die Katastrophe bei der Bergung des Frags eineinhalb Jahre später als die größte bisher Dagewesen herausstellen.
00:07:41: Insgesamt sollten eightundviertzig Leichen geborgen werden — und Günther Jauch wollte mit drei Rechten über ihre Pflicht diskutieren!
00:07:50: Auch ich sitze an dem Abend gespannt vor dem Fernseher und versorge Ruben, das PEN-Kollektiv mit ihnen den für Twitter Posts um den geplanten Hashtag Schweigiauch bereits vorher als Auftritt zu etablieren.
00:08:04: Wir erinnern daran dass sich Deutschland gegen die italienische Seenotrettungsmission Mare Nostrum gestellt und der deutsche Frontexchef jüngst die italianische Küstenwache sogar dazu aufgefordert hatte ihre Rettungseinsätze außerhalb des Einsatzgebiet der Grenzschutz-Mission Triton zu unterlassen.
00:08:27: Wir twittern Herribert Prandtels SZ Kommentar vom Vortag mit dem vernichtenden Urteil Europa schützt sich vor Flüchtlingen, mit toten Flüchtlingen und dann ist Harald dran!
00:08:39: Auf Günther Jauster Öffnungsfrage wie das fünfundzwanzigjährige Mauerfalljubiläum mit seiner Idee zur Intervention auf den Mittelmeer zusammenhänge plappert er sichtlich nervös los.
00:08:53: Ja, es gab schon immer Flüchtlinge zu DDR-Zeiten wie heute und wir haben gerade wieder gesehen dass in der letzten Woche tausend Menschen gestorben sind im Mittelmeer.
00:09:02: Dann erhebt sich der Hühne mit dem Sea Watch Hoodie lässt ihr auch verdattert im Publikum sitzen und marschiert auf die Bühne.
00:09:10: Ich möchte jetzt die Chance ergreifen diesen Menschen ein Gedenken zu schenken indem ich sie bitte eine Gedenkminute einzulegen.
00:09:16: Bitte stehen Sie auf.
00:09:18: Wir starren auf den Fernseher.
00:09:21: Die überraschten Talkshowgäste folgen der Aufforderung.
00:09:28: Selbst der Rassist Roger Köbbel steht auf, auch im Publikum erheben sich Menschen.
00:09:33: Günther Jauch hat sich derweil wieder gefangen und versucht zu interminieren.
00:09:37: Herr Höppner ich würde trotzdem gern bei allem gedenken doch Harald wirkt ihn ab?
00:09:42: Herr Jauch!
00:09:43: Deutschland sollte eine Minute Zeit haben um dieser Menschen zu gedenkten.
00:09:47: jetzt bitte.
00:09:48: dann schaut er stur auf die Uhr.
00:09:51: Der Satz hat gesessen.
00:09:53: Noch zehn Jahre später lacht Ruben, wenn er an diesen Moment zurückdenkt.
00:09:57: Passwort Deutschland!
00:09:58: Da war bei Günther Lauch eben direkt Strammstehen angesagt.
00:10:03: Doch in dem Moment selber weiß Ruben noch gar nicht was eigentlich Sache ist.
00:10:08: Er verfolgt die Show mit Joe und einigen anderen Journalistinnen an Bord der Sea-Watch auf den Weg nach Helgoland.
00:10:15: Das Signal erreicht sie dort nur mit mehreren Minuten Verzögerung Als auch bei ihnen gerade erst zu Harald geht Weil Ruben die ersten SMS von Journalistinnen ein, mit bitten um Kommentare zur Schweigeminute.
00:10:28: Noch ist unentschieden in welche Richtung sich die Berichterstattung drehen wird.
00:10:34: Die Presse an Bord?
00:10:35: der Typ von Stern oder so, der meinte direkt dass das voll der Fehler war erinnert sich Joe und tatsächlich sah es für einen Moment nicht gut aus.
00:10:44: Der erste Kommentar war vom Fokus erinnerte sich Ruben.
00:10:47: Das weiß ich noch weil mir total das Herz in die Hose gerutscht ist.
00:10:51: Da war der Tenor eher peinliche Schweigeminute.
00:10:54: Das haben sie aber hinterher gelöscht und durch einen anderen Kommentar ersetzt, der nicht so negativer war.
00:10:59: Denn die ebenfalls schnell erschienenen Artikel eingeweihter Journalistinnen und die vielen positiven Kommentare in den sozialen Medien rissen das Rudern noch um.
00:11:11: Eine Minute Menschlichkeit titelte der Tagespiegel.
00:11:15: Das war anmaßend und richtig.
00:11:17: Kommentierte, urteilte der Stern.
00:11:20: Selbst die konservative Weltkommentierte anerkennt – das war nicht peinlich!
00:11:24: Sondern stark.
00:11:26: Als Harald nach der Sendung im Backstage noch einmal mit Günther Jauch zusammen traf, beklagte dieser sehr schade Herr Höppner, dass sie die kostbare Sensezeit nicht genutzt haben um ihr tolles Projekt vorzustellen.
00:11:39: Harald antwortete nur trocken.
00:11:41: Ach Herr Jauch!
00:11:42: Das machen doch morgen alle anderen Medien.
00:11:45: Er sollte recht behalten.
00:11:53: Ich weiß noch nicht so richtig mit welcher Frage ich genau anfangen will aber Es werden schwierige Fragen werden für Chris, damit das auch ein bisschen fruchtbar als Resultat wird.
00:12:11: Wir haben so eine ganz schlimme Tradition auf diesen Lesungen entwickelt, dass wir immer versuchen uns gegenseitig möglichst schwere Fragen zu stellen und uns nicht darauf gegenseITich vorzubereiten.
00:12:25: Das Problem ist für mich dabei, dass Luna davon wirklich sehr viel besser ist, als ich solche Fragen auszudenken
00:12:37: anfangen zu fragen, also die Schweigeminute war ja etwas sehr symbolisches und die Seelenotrettung ist was sehr Praktisches.
00:12:49: Und mich würde interessieren, was für dich das Verhältnis zwischen den zwei ist?
00:12:55: Und vor allem auch was eigentlich quasi das politische Handeln in der Sohnseenotrettungen eigentlich bedeutet.
00:13:07: Ja, das versuche ich jetzt mal in zwei Minuten sauber zu beantworten.
00:13:11: Das ist tatsächlich ein Thema, was Sea-Watch von Anfang an total begleitet und was wir auch heute wieder in allen Ecken und Enden ständig spüren.
00:13:20: Die Diskussion in der Organisation im Verein, in der ganzen Bewegung zwischen uns und andere Bewegungen also auch wenn wir jetzt mit Gruppen wie Refugees in Libyari die selber durch diese brutalen Verhältnisse in Libyen und auf den Mittelmeer gegangen sind und sich eigentlich ein sehr viel radikaleres politisches Handeln wünschen, während wir sehr eingespannt sind in Strukturen wie deutsches Vereinsrecht internationales Seerecht.
00:13:52: Was uns eigentlich eher noch oft unterstützt aber auch so Sachen wie Schiffssicherheitsverordnungen und alle möglichen Regularien an die man sich so halten muss.
00:14:04: bei SeaWatch ist die Frage Vor allem auch darin angelegt, dass gerade in dieses erste Jahr es gab diesen hundert Jahre alten Fischkutter mit dem eigentlich alle überzeugt waren damit lässt sich gar keine Seenotrettung machen.
00:14:16: Da hat sich eigentlich niemand Illusion gemacht das wir hier das große Rettungsschiff werden sondern die Leute waren eigentlich der Meinung wir rüsten eine schwimmende Notrufzelle aus Wir rüften ein kleines Schiff aus was Ausschau hält nach Booten mit flüchtenden Menschen was Wasser verteilt und Schwimmwesten.
00:14:33: Und aufpasst, dass dann niemand direkt vor unseren Augen erträgt und dann aber staatliche Behörden alarmiert damit die dahin kommen und die Einsätze eigentlich machen also die Rettungen eigentlich vornehmen und die Hilfestellung und die Menschen an Bord nehmen und sie an Land bringen.
00:14:52: Das hat sich über die Jahre dann rausgestellt das es gar nicht unbedingt im Interesse der staatlichen Akteure ist.
00:14:58: Das ist da so eine interessante, kleine kurze Phase.
00:15:04: Da gab es nach diesen großen Bootsunglücken von Lampedusa, wo das im staatlichen Interesse aus irgendeinem Grund war.
00:15:11: Da mal ein Jahr so eine wirklich große Seenotrettungsorganisation zu machen.
00:15:14: aber davor und danach wurde sich eigentlich darauf bestränkt... ...davor wurde nicht viel gemacht und dann auch wieder zurückgezogen aus diesem Gebiet.
00:15:31: Und wie man da dann als eine Organisation, als eine zivilgesellschaftliche Organisation, die da intervenieren will mit umgeht.
00:15:39: Auf der einen Seite dafür Ort zu sein und in einem kleinen Umfang helfen zu können auf der anderen Seite aber eigentlich auch dazu dazuseilen von der Grundidee her... politisch an diesen Umständen was zu ändern und einerseits die Staaten dazu bringen, da zu intervenieren oder noch weitergehend eigentlich die Staate dazu bringen eine legale Einreisewege zu ermöglichen damit die Menschen gar nicht erst auf diese Boote steigen müssen.
00:16:10: Und diese gefährliche Überfahrt auf sich nehmen.
00:16:12: das bringt einen mega viel Urwidersprüche und es fängt an bei.
00:16:19: Wir können wir uns dann auch rausziehen unter Protest und sagen wir spielen hier nicht mehr mit ... in dieser ganzen Charade, die da auf dem Mittelmeer stattfindet... ... wo sich staatliche Akteure zurückziehen während Zivile deren Aufgaben übernehmen.
00:16:37: Können wir uns dann noch rausziehen?
00:16:40: Können nicht weil das hieße dass wir im Zweifel Menschen ertrinken lassen.
00:16:44: Also da sind wir schon auf den ersten Widerstück hoch, ... ... und so ging es weiter.
00:16:49: und jetzt sind wir in der Situation, ... politisch agieren müssten, sehr viel mehr zivilen Ungehorsamen leisten gegen die Schikane, die uns in Italien jeden Tag auf allen möglichen Ebenen der Bürokratie und der Politik entgegenschlägt.
00:17:03: Aber das hieße wenn wir uns damit zivil im ungehorsam zu wehr setzen dass potenziell unsere Schiffe beschlagnahmt werden, unsere Organisation verboten werden Leute eingeschwert werden und wird dann eben wieder nicht da vor Ort sein können In dem bisschen Zeit was wir noch haben davor zu sein und einen Unterschied machen.
00:17:23: Und das ist eine Aushaltung, die einfach von Anfang an stattfindet wo ich immer ein bisschen mehr auf der zivilen Ungehausamtsseite bin aber auch keine Lösung dafür habe.
00:17:39: Wenn man sich jetzt irgendwie anschaut wie sich das in den letzten zehn Jahren entwickelt hat dann muss man ja feststellen dass die EU Deutschland da inkludiert, mittlerweile eher eine Politik des Todes betreibt im Mittelmeer.
00:18:02: Also dieses Jahr sind alleine schon jetzt in den ersten zwei Monaten sechswundert Menschen im Mittelmaer ertrunken.
00:18:11: was halt also so viele Menschen sind noch nie... Ja sie sind noch nicht ertrunken.
00:18:20: das liegt vor allem auch daran dass es einen Sturm gab und kurz vor diesem Sturm sind sehr viele Menschen eben aufgebrochen.
00:18:31: Und ich frage mich manchmal, ob diese eben zum Beispiel die Küstenwache oder die Politik überhaupt die richtigen Adressaten sind für das was wir tun?
00:18:46: Und damit komme ich auch zu dem Ort an den wir hier sind und zwar was hat eigentlich die Seenotrettung mit der Gewerkschaft zu tun.
00:19:09: Ich würde sagen, da gibt es so einen Fakt auf den ich versuche in diesem Buch ein bisschen einzugehen eine Betrachtungsweise über die hier in Deutschland leider sehr selten irgendwie ... Raum findet, weil über Flucht und Migration immer in so einem humanitären ... ... Duktus auch von den ganz besonders auch von der ... ... Sinn-Ottrettungsorganisationen aber auch von allen anderen ... ... Organisationen gesprochen wird.
00:19:35: Es geht immer um die Flüchtenden, die sind dann erst mal ... ... flüchtende, sie sind irgendwie nicht so viel anderes... ... Flüchtlinge früher.
00:19:45: Aber was immer ein bisschen dabei hinten unterfällt ist wer sind denn diese ... ... Fluchtenden?
00:19:49: Das sind Arbeiterinnen!
00:19:51: Das sind Arbeiterinnen aus dem globalen Süden, die ganz überwiegend entweder überflüssig sind oder also auch so BäuerInnen ganz oft.
00:20:00: Oder FischerInnen, die aufgrund ökologischer oder andere gesellschaftlicher gesellschaftlich gemachter Begebenheiten sich nicht mehr von dem ernähren können was sie ursprünglich gemacht haben.
00:20:12: das heißt Sie werden entwurzelt von der von der subsistenz Von der Selbstversorgung und damit werden sie ja nach einem klassisch marxistisch-linken, gewerkschaftlichen Verständnis zu Proletarierinnen.
00:20:25: Zu klassischen Arbeiterinnen die auf der Suche sind ihre Arbeitskraft irgendwo zu verkaufen.
00:20:29: Jetzt sind sie dummerweise in Ländern geboren wie Nigeria, Sudan viele afrikanische Länder teilweise auch so Länder natürlich dann wie Syrien wo es dann teilweise auch noch bisschen so, dass die untere mittlere Bürgertum erwischt.
00:20:43: Die vielleicht flüchten müssen aber die dann meistens viel eher in Visa kriegen weil sie irgendwie auch das Geld haben um sich irgendwie um die Garantien zu zahlen die nötig sind um Visa zu kriegen etc.
00:20:53: Aber die allermeisten die auf diesen Boden landen sind einfach mal zur richtig verarmte Arbeiterin.
00:21:00: und das ist glaube ich eine Sache mit der man sich in Europa und gerade in der europäischen Arbeit in Klasse und grade auch an den Gewerkschaften ... nochmal deutlich mehr auseinandersetzen müsste.
00:21:11: Das flüchtende eben nicht nur die Leute sind, die wir hier jetzt irgendwie so in den Arbeitsmarkt integrieren müssen sondern das da aus meiner Sicht was auf dem Mittelmeer stattfindet auch zu einem gewissen Grad sowas von einem globalen Klassenkampf auf eine Art hat weil sich die reichen Länder Europas... Die ihren Reichtum ganz massiv aus der Ausbeutung afrikanischer Staaten im Kolonialismus oder auch danach ihren Reichtum aufgebaut haben, sich jetzt abgrenzen von den wirklich massiv verarmten und überflüssigen Menschen die in den Ländern... ...in denen es eben keine große industrialisierte Wirtschaft gibt.
00:21:54: In denen es diese Arbeit hier gar nicht zu finden gibt.
00:21:59: Von denen sich abgrenzend.
00:22:00: Und ich glaube das ist Genau, so ein Thema was ich in dem Buch immer mal wieder punktuell versuche anzuschneiden.
00:22:07: Aber was glaube ich eine viel größere Auseinandersetzung noch einmal bräuchte im deutschen Kontext oder im gesamten Europäischen?
00:22:16: Wir haben vorhin darüber gesprochen.
00:22:19: also es gibt ja die bekannte Frage von Was kann man aus der Vergangenheit lernen?
00:22:24: Die werde ich dir jetzt nicht stellen weil wir festgestellt haben vielleicht kann man nicht direkt etwas lernen so im klassischen Sinne Und stelle stattdessen die Frage, was hat dich das Meer gelehrt?
00:22:42: Weil dann hatte ich auch eine Überleitung zu meiner Textstelle.
00:22:47: Die Überleitungen hätte ich dir auch anders gegeben.
00:22:58: Die Frage hatten wir schon zweimal.
00:22:59: Ich werde mir immer noch wahnsinnig schwer, kurz zu beantworten, dass mehr ... ist ein ewiges Auf- und Ab im ganz wörtlichen Sinne.
00:23:13: Da passieren immer irgendwie so Wellen, das passiert immer so eine Wellenbewegung und alles bewegt sich in den Wellen.
00:23:17: und ich habe es sehr körperlich ganz oft zu spüren bekommen weil ich regelmäßig sehr siehkrank werde wenn ich auf die Wortschiffe unterwegs bin Und es wirklich auch kein... Also mir ist zumindest keinen ... ein miserableres Gefühl bekannt, als so richtig richtig sehkrank zu sein.
00:23:39: Und es ist für mich kein Wunder mehr, dass... in früheren Zeiten Menschen tatsächlich an den Mast gebunden wurden,... damit sie nicht freiwillig über Bord springen um sich dieser Sehkrankei zu entdiedigen.
00:23:51: Also das wirklich so ein... Ich war auch letztens auf einem Sehkrankheitslehrgang Training, ganz spannender Workshop,... wo die... Die Workshop-Leitenden, die sich damit sehr intensiv auseinandergesetzt haben auch noch mal darauf hingewiesen haben.
00:24:07: Dass es quasi keine andere Situation gibt... ...die nicht eine Krankheit oder auf irgendeine Art Substanzmedikamenten Drogen induziert ist,... ...die den Körper zur kompletten Dissoziation bringen kann einen menschlichen Körper.
00:24:22: Außer diese Krankheit und ne Traumarspirale also so'ne fostraumatische Stressbelastung Das sind so die zwei Sachen die den menschlichen körper komplett in eine spirale bringen können, die einfach immer nur schlimmer wird bis man komplett wegklappt.
00:24:42: So genau das ist die eine seite die mich das mehr gelehrt hat und auf der anderen seite bin ich ja zum beispiel hatten wir haben gibt es diese momente dann auch dem mehr wo man Menschen trifft und Menschen aus diesen Booten rausholt, die sich wahnsinnig freuen.
00:24:59: Und man auf einmal irgendwie auf so einem Schiff auf hoher See, wo man gerade noch eine Woche alleine in der Gegend rumgedümpelt ist... ...und rausgeklafft hat.
00:25:06: Man plötzlich so eine totale Party hat!
00:25:11: Wo auch so positive Emotionen ganz oft eine ganz andere Intensität annehmen.
00:25:16: Auch diese Erfahrung mit einer kleinen Crew drei, vier Wochen auf einem Schiffs zusammen, auf engstem Raum ... zu leben, zu arbeiten und eigentlich nur... ...eigentlich nur zu diesem Mikro-Kosmos-Maschine in dieser riesigen Maschine die ein Schiff ist irgendwie so seine Rolle zu spielen.
00:25:40: Alle arbeiten eigentlich nur für die gemeinsame Missionen die man hat und für dieses Schiff.
00:25:45: Und das ist auch eine ganz, man wird komplett rausgelöst aufs jeglichen Alltag.
00:25:48: Das ist auch ne wahnsinnig intensiv positive Erfahrung Und jetzt können wir eigentlich sehr gut die Überleitung zu dir machen.
00:26:03: Ich war mir alles, was man noch zu diesem Thema sagen könnte über nämlich auch die Historie von der Mittelmeerkrise und das Auf-und Abwas da so passiert aber... Wir haben uns heute Abend gedacht ich lese nur Randgeschichten über die Seenotratung vor und Luna liest eigentlich ein bisschen übers Schiffsleben selber vor weil in ihrem Roman nämlich ihr Protagonist, auch irgendwann auf einem Seenotrettungsschiff landet und sie es sehr viel netter noch hingekriegt hat dieses Schiffsleben.
00:26:39: Und das Schiff selber an dem auch mein Herz hängt zu beschreiben und deswegen höre ich es auch immer gerne!
00:26:45: Genau, mein Buch handelt von Arras.
00:26:49: Er ist in Syrien geboren und in Deutschland aufgewachsen und er erlebt die syrische Revolution aus der Entfernung.
00:26:57: und das Buch ist in zehn Kapitel unterteilt und findet immer am fünftzehnten März dem Jahrestag der syrischen Revolution statt.
00:27:07: Und wir springen quasi eigentlich fast ans Ende Und da ist nämlich eben Aras auf einem Seenotrettungsschiff.
00:27:25: In dem Jahr, der Himmel trank das Meer.
00:27:31: Er öffnete die Augen und blickte auf Holz.
00:27:35: Der Wecker klingelte leise.
00:27:39: Er griff sich ins Ohr, entfernte die Oerstöpsel mit der einen Hand, mit der anderen stellte er den Wecker aus.
00:27:46: Das Rauschen der Maschine kehrte zurück – die Lüftungsanlage auch!
00:27:52: Die Decke war nicht einmal einen Fuß entfernt, er konnte sich nicht aufsetzen.
00:27:57: Er hatte tief geschlafen.
00:27:59: Es überraschte ihn nicht dass ich hier so gut schlief.
00:28:03: Am Ende des Tages War er immer so müde gewesen Heute aber wachte er weniger munter auf.
00:28:11: heute das merkte er war ja angespannt.
00:28:14: Das Gefühl diese kleine Aufregung Diese kleine freudige Aufregungen mit der er die ersten Tage gelebt hat Sie war ein bisschen getrübt.
00:28:24: Er kletterte aus der oberen Kajute raus, eine Treppe gab es nicht.
00:28:28: also stützte er ein Bein auf dem Waschbecken ab und ließ sich dann noch den Boden fallen.
00:28:35: Börd, seinen Kabinengenosse lag noch im Bett.
00:28:39: das konnte er durch die kleinen kurzen Vorhänge sehen.
00:28:43: Es würde nur noch eine halbe Stunde Frühstück geben.
00:28:46: Dann fing das morgendliche Putzen an.
00:28:50: Burt war das Gegenteil seines Namens und Arras war sich nicht sicher ob Burt so lange schlafen wollte oder nicht anders konnte.
00:29:00: Vielleicht hat er auch seinen Wecker überhört, schließlich beschloss Arras ihn zu fragen leise.
00:29:19: seinen Arbeitsschuhen, Socken, dem Funkgerät.
00:29:22: Er hatte zwar versucht alles so hinzulegen dass er nicht viel suchen musste aber die Müdigkeit hatte den Vorsatz aufgeweicht.
00:29:30: Seine Kleidung lag auf dem Stuhl das Funkgeräte im Bett sein Handy auch seine Kontaktlinsen im Kulturbeutel im Schrank.
00:29:38: keine Brille hier zu tragen fühlte sich ungewohnt an Aber es schien ihm eine gute Idee.
00:29:44: sie könnten schnell runterfallen.
00:29:48: Er ging ins Badezimmer Hebelte den Haken an der Tür hoch, um die Tür zu schließen.
00:29:53: Er setzte sich auf das Klo gegenüber und war ein Schild angebracht.
00:30:05: An die Handbewegung musste er sich noch gewöhnen.
00:30:08: Statt das Klopapier in die Toilette zu werfen, musste es in einen kleinen Eimer neben seinem rechten Fuß.
00:30:15: Er dachte daran dass er unter Stress sicher etwas vergessen würde Jede Tür einzuhagen oder zu schließen, das Klopapier beim Treppen hoch und runter gehen sich festzuhalten.
00:30:26: Weil sie ein bisschen zu steil waren die Türen leise zu schliessen weil noch jemand schlief den Kopf einzuziehen um sich nicht zu stoßen auf Stufen zu achten auf keinen Taunen zu stehen nichts liegen zu lassen Das Funkgerät zum Beispiel Die Etikette musste auch gelernt werden Immer Ordnung zu halten, beim Abräumen die Teller der anderen mitnehmen vor dem Einräumen in den Geschirrspüler alles einmal abwaschen.
00:30:52: Die Wäsche aus der Waschmaschine immer in den Trockner zu werfen.
00:30:56: Er fragte sich wann er Zeit haben würde Wäschewaschen?
00:31:00: Die Flusen aus der Maschine zu entfernen ist rote Feuer.
00:31:04: Er trat in den Messroom ein.
00:31:06: Die meisten hingen noch über ihren Schüsseln und Kaffeetassen manche unterhielten sich andere wichen sich in ihrer morgendlichen schlechten Laune aus.
00:31:16: Das Frühstück hatte er noch nicht verstanden, für Mittag und Abendessen war Kitty zuständig aber für das Frühstuck
00:31:23: sie
00:31:23: selbst.
00:31:24: doch er wusste nicht woher was finden konnte.
00:31:28: alles was er auf dem Tisch sah waren Müsli und Brut Aber oft beides hat er in den letzten Tagen keine Lust gehabt.
00:31:36: Er hätte sich am liebsten ein Ei gebraten War sich jedoch nicht sicher ob er sich diesen extra Wunsch erfüllen durfte.
00:31:44: Er würde Tage später feststellen, dass das Essen unter den Benken verstaut war und dass er einfach von dem Großraumkühlschrank gehen durfte, sich alles auf der linken Seite nehmen könnte.
00:31:56: Er holte sich Kaffee als ihn Leo fragte wie er geschlafen haben.
00:32:00: Leo hatte langes, welliges schwarzes Haar eine große Nase um schmale Lippen.
00:32:07: Sie war Ärztin und der hätte sich gerne zu ihr gesetzt, wäre da noch Platz.
00:32:12: Dort saßen bereits der Rettungsanitäter Ari und der Rip-Fahrer Corbin und einer der Abel Siemen ein etwas älterer Mann Fox Klein, der von seinem früheren Job auf eine Luxusjacht erzählte.
00:32:29: Nun sei er hier weil er sich ein eigenes Bild von der Lage machen wolle.
00:32:32: Er habe auch Freunde, die das alles nicht so positiv sehen würden und ihn zur Rede gestellt hätten.
00:32:38: Warum er jetzt hier sei?
00:32:40: Tief und fest antwortete Arras Leo Aber ein Kaffee ist trotzdem nötig.
00:32:47: Er lächelte sie an.
00:32:49: Weißt du wo die Milch ist fragte er.
00:32:52: Sie deutete auf den Tisch nebenan Nur Sojamilch, sie zuckte mit den Schultern.
00:32:58: Der Messroom war ein schöner Raum in L-Form.
00:33:01: Das Alter verlieh ihm Scham.
00:33:03: An der einen Seite war ein Bücherregal, bei dem eine Holzbalken die Bücher vor dem Rausrutschen bewahrte und damit auch die Titel verdeckte.
00:33:15: Dann waren da sogar ein Fernseher- und ein DVD Player drei Tische und entsprechende Sitzbänke.
00:33:21: Die Tische hatten einen Rahmen.
00:33:23: so konnte nichts runterrollen.
00:33:25: Sie waren aus Holz.
00:33:26: Es war ein tiefes Brauen.
00:33:28: Bilder hängen an den Wänden Hinweisschilder Ein Erste-Hilfekasten, ein Feuerlöscher, eine Löschdecke.
00:33:35: Ein Plüschdelfin versteckte sich in einem der Balken, der den Raum teilte – ein Plüschei hing von der Decke, Stühle auf der Seite ohne Bänke, alles aus schwarzem Plastik!
00:33:46: Der Raum war funktional zusammengewürfelt und hatte doch etwas sehr Gemütliches wie eine linke WG.
00:33:53: Der Kühlschrank in der Ecke war übersägt mit Aufklebern.
00:33:57: Auf einem Stand Crew Love ist True Love.
00:34:02: Head of Mission, Bowsen und die Kapitänin kamen herein.
00:34:06: Es wurde still.
00:34:07: Bert huschte schnell hinter ihm durch... ...durch die Tür!
00:34:11: The head-of mission, Jona fing an zu sprechen.
00:34:32: But I'm sure we will find out today.
00:34:35: Er machte eine Pause, blickte aufmunternd in die Runde, erklärte ihn das er verstünde wie schwer es sei nicht zu wissen ob's raus ginge oder nicht.
00:34:44: Es sei schwer weil es nicht in ihrer Hand läge wohl aber in den Händen der Engineers Dass sie alle nur hoffen können dass die Engineers ihre Magiewalten lassen würden.
00:34:55: Derweil sei es wichtig weiterzumachen mit dem Vorbereitung.
00:35:00: Für heute stünden nach dem Putzen die große Feuerübung an, das erste RIP-Training, stationäre Arbeit und das Anti-Piraterietraining.
00:35:10: Der Bowsen zwieh übernahm.
00:35:13: Good morning from my side as well!
00:35:15: First of all let's give it up to the engineers.
00:35:18: they are carrying a big burden right now.
00:35:21: Er hielt kurz inne.
00:35:23: ein Applaus brach sich Bahn dann.
00:35:25: er wisse dass das Warten schwer sei auch psychologisch.
00:35:29: Das ist härter sei jetzt das meiste was ihnen draußen passieren könne, es sei härter zu schlucken als eine Mission ohne Rettung überhaupt.
00:35:38: Aber it does not mean that we will not prepare ourselves with the same energy okay?
00:35:45: Either way we learn a lot and either way want to get this lady clean ready for next mission even if you need to tap out.
00:35:56: thats fine i understand.
00:36:14: Aras blickt fixierte Leo.
00:36:17: Er wollte mit ihr putzen, zumindest einer scheinbar vertraute Person um sich haben.
00:36:23: Sie hatte eine warme Ausstrahlung als würde sie sich gut um ihn kümmern.
00:36:28: Es war auch nicht ihre erste Mission wie seine.
00:36:31: Sie gehörte zu dem alten Hasen, ihrer fünfte Mission in drei Jahren.
00:36:35: Er sah ihre Hand nach oben schnell und tat es ihr gleich.
00:36:39: Er wusste nicht einmal für welchen Bereich sie sich gemeldet hatte aber es waren nur die zwei.
00:36:45: Wahrscheinlich waren es die Toiletten.
00:36:47: Kitty erinnerte Zwie an die Spülmaschine.
00:36:52: Ah!
00:36:53: And we need two people for.
00:36:56: I refuse to say it Kitty.
00:36:58: Kitty lächerte ihn feigstens an.
00:37:00: Ein allgemeines Gelechter brach aus, zwei meldeten sich für den Dienst.
00:37:12: Es kam Bewegung in die Gruppe.
00:37:15: Alle gingen Richtung Wäscheraum.
00:37:17: Der Raum
00:37:18: war klein und eng Und heiß von Waschlappen bis Besen Von WD-Forty bis Foren Aft War dort alles zu finden.
00:37:27: Leo scherzte mit Korben über Zwiebeln.
00:37:30: Er finally gave up on forcing us to use WD-Forty, you would think the Coast Guard is his enemy but actually he hates Rust more, sagte sie.
00:37:42: Well... He gave up because ...he knows that fight against rust can't be won But one against the Coastguard has at least some moments of victory.
00:37:55: Danke!
00:38:03: Ja, danke schön Luna.
00:38:06: Vielleicht nochmal so kurz zwei oder drei Sätze zu Dunas Buch weil wir glaube ich nicht viel mehr heute leider draus hören werden aber es ist ein ganz fantastisches Buch.
00:38:13: Es steht auch da ein paar Exemplare zum Verkauf.
00:38:16: Lunas Roman über den syrischen Bürgerkrieg aus einer weit entfernten Sicht Aus der Sicht eines exilsyrischen Studenten in Deutschland hat.
00:38:32: Das ist ein sehr schönes und zu unserem Thema des Abends passendes Kapitel, aber es hat noch viel mehr zu bieten.
00:38:40: Es hat eine wahnsinnig poetische Sprache.
00:38:47: Eine sehr intensive Heldenreise auf der man nochmal diese ganze Geschichte des jüdischen Bürgerkrieges, die glaube ich in Deutschland auch.
00:39:01: Das ging so vorbei und man hat die Bilder vom Zerbomben Aleppo, vielleicht noch ein bisschen im Kopf, wenn man sie damals gesehen hat.
00:39:07: Aber irgendwie mal so ein bisschen sich reinzufühlen in das was die ganzen Menschen aus Syrien nach Deutschland gekommen sind davor oder auch am Anfang des Krieges von hier aus quasi miterleben durften und was es mit ihnen gemacht hat.
00:39:21: Das tut glaube ich jeder Person in Deutschland gerade auch im aktuellen Klima nochmal sehr gut sich damit ein bisschen auseinanderzusetzen.
00:39:30: Und wo wir gerade bei persönlichen Erfahrungen sind, genau Luna ist selber als Kind aus Syrien nach Deutschland gekommen.
00:39:38: Ist dann politisch sozialisiert worden.
00:39:42: auch eine schöne Geschichte die ich vorhin gelernt habe.
00:39:44: Luna war schon mal in Stuttgart das ist fünfzehn Jahre her und zwar weil sie mit ihrem kommunistischen Eltern vor dem Assad-Regime in zwei tausend Eins geflohen ... ist sie der familiären ... ... politischen Tradition treu geblieben und in Deutschland die ... ... sozialistische deutsche Arbeiterjugend eingetreten.
00:40:05: Und war mit dieser sozialistischen deutschen Arbeiterjugend... ... schon mal auf einem Workshop hier in Stuttgart, als Jugendliche,... ... was ich schonmal sehr großartig finde und da werden wir bestimmt, ... ... werde ich nachher auch noch einmal darauf zurückkommen.
00:40:18: Aber erstmal wollte ich dich fragen du bist dann, ... ... davon so ein bisschen verabschiedet hat es durch den Kultursektor gewandert, bis Autoren geworden bist.
00:40:27: Bist du mittlerweile auch bei SeaWatch gelandet?
00:40:28: Du warst vorher eine Weile beim Alarmphone... ...hast jetzt ne ganze Weile die Luftaufklärungsteam bei SeaWatch geleitet oder koordiniert und genau das war jetzt gerade in der persönlichen Erfahrung auf dem Schiff.
00:40:45: Aufm Schiff warst du auch mal.
00:40:46: aber ich wollte dich jetzt mal fragen wie ist denn insgesamt deine persönliche Erfahrung mit der?
00:40:51: Sie will ein Seenotrettung vom Alarm von bis jetzt ins Sea-Watch Airborne Team.
00:41:03: Das wäre noch ein anderes Buch, aber Gott sei Dank hast du ja eins geschrieben?
00:41:10: Es ist tatsächlich ein bisschen absurd weil für mich war es... Also ich habe im Jahr zwei Tausend Fünfzehn natürlich mitbekommen dass Sea-Watch entstanden ist und Und gerade im Jahr war es in sofern ein bedeutungsvolles Jahr.
00:41:31: Wenn ich daran zurückdenke, wie ich in den letzten Jahren gedacht habe ... Es ist etwas ganz anderes als wenn ich jetzt darauf zurückblicke.
00:41:40: Weil das Jahr war eine ganz andere Form von Kritik möglich auf einer Art und das heißt zum Beispiel für mich Also es können sich ja bestimmt Leute noch daran erinnern, wie Menschen an Bahnhöfen gewartet haben mit Teddybären und das wurde dann irgendwie kritisiert.
00:41:58: Weil also ich hatte selbst die Erfahrung zum Beispiel dass mir jemand in der Bahn gesagt hat willkommen weil ich mit meinem Onkel auf arabisch gesprochen habe und ich war nur so Ich bin hier schon seit fünfzehn Jahren aber danke!
00:42:14: Also das so plötzlich irgendwie nur weil das quasi Thema ist wird auch die Realität von Menschen mit sogenannten Migrationshintergrund plötzlich wieder sichtbar, obwohl sie ja die ganze Zeit da ist.
00:42:27: Genauso wie Peter gerade hervorgehoben hat... der Deutsche Gewerkschaftsbund ist massiv beeinflusst von Menschen, die keinen deutschen Pass hatten und in der Gewerksamkeit waren.
00:42:40: Also FunFact zum Beispiel in Stuttgart hatte ein Drittel also in den siebziger Jahren einen Drittel der IG Metall mit, die kein Deutschen passen Und ich finde es einfach so krass dass das irgendwie etwas ist was man ja nicht für selbstverständlich war sondern Dass das irgendwie so ein Highlight ist.
00:43:00: Wenn ich jetzt darauf zurückblicke, also auf den Fall von dem Jahr-Zwischen.
00:43:05: Das war möglich damals!
00:43:07: Es ist unglaublich weil wir einfach in so einem verschogenen Diskurs agieren das für mich gefühlt... Also zu dem Zeitpunkt zum Beispiel im Jahr-zwischen war ich so wofür sollte ich dankbar sein?
00:43:19: Nämlich also im Sinne von das sind Basic Menschenrechte, die wir verlangen.
00:43:25: Sie sind geschrieben in der Menschenrechtscharta seit keine Ahnung wie viele Jahren und jetzt mittlerweile sind wir aber an einem Punkt wo wirklich der Faktor darüber diskutiert wird ob man
00:43:37: das
00:43:38: also das Asylrecht existiert sowieso so in der Form gar nicht mehr im Grundgesetz, aber ob man es eben symbolisch sogar auch noch streichen soll.
00:43:47: und dass ist für mich irgendwie diese Absurdität, in der man lebt und dann versucht aber trotzdem was sinnvolles politisch zu tun zeigt sich für mich halt auch in der täglichen Arbeit die ich jetzt gerade bei Sea-Watch mache weil sich natürlich an jedem Tag dieser Absurditet halt auch irgendwie widerspiegelt.
00:44:21: Es gibt halt gute Tage, es gibt gute Tage an denen man weiß okay weil wir geflogen sind wurden sechzig Menschen gerettet.
00:44:32: Weil wir ge flogen sind worden hundert Menschen gerrettet weil die sonst also sonst hätte die Medienaufmerksamkeit darauf nicht Druck aufgebaut.
00:44:41: Sonst hätten also wären sie quasi nicht entdeckt worden.
00:44:47: Wir alarmieren natürlich, wenn wir bei der Luftaufklärung Schiffe sehen und die umgegenden NGOs fahren dann eben hin und retten die Menschen.
00:44:57: Und das sind halt so die Wins!
00:44:59: Dann gibt es aber auch die großen Verluste, die es einfach die ganze Zeit gibt von... Schiffsbrüchen von Interceptions durch die, also quasi Pushbacks der sogenannten libyschen Küstenwaffe.
00:45:16: Die sogar noch tief wirklich weit in der maltesischen Such- und Rettungszone stattfinden.
00:45:25: Das ist nicht einfach!
00:45:27: Also vor allem auch mit dem Wissen... Also keine Ahnung für mich ist es irgendwie immer so eine Sache von Freunden und Freunde von mir waren auf diesen Boden Und so nah an dieser Realität irgendwie zu sein, ist irgendwie schwierig.
00:45:50: Ich weiß gar nicht wie ich das anders ausdrücken soll und ich darf vor allem so im Jahr ... bin ich noch mal über den Jahr zweitausendfünfzehn?
00:45:56: Jetzt sag' ich das so oft!
00:45:57: Aber ich glaube Zweitausendsfünftin war für mich deshalb auch besonders weil... Für mich war es zum Beispiel so, ich konnte mir nicht vorstellen auf einem Seenotrettungsschiff zu sein aber das was ich stattdessen gemacht habe bei der Ausländerbehörde zu übersetzen Und dann zu dem Punkt zu kommen, zu sagen auch das ist politische Arbeit.
00:46:15: Weil auch das Menschenleben verbessert genauso wie zum Beispiel eben die Gutschein-Aktion.
00:46:24: Es für mich halt irgendwie... Das sind so die kleinen Anker, die ich mir irgendwie versuche jeden Tag so zu setzen und zu sagen hier das ist der Grund, dass es irgendwie dafür mache ich weiter.
00:46:43: Ja du hast gerade gesagt, dass du so nah dran bist.
00:46:47: Gleichzeitig bist du sehr weit weg mit der Fündungsaufklärung.
00:46:52: vielleicht ist es auch genau so.
00:46:53: draußen hängen auch ein paar Bilder.
00:46:54: ich habe mir nicht groß die Mühe gemacht die Einsätze in den in der Ausstellung gezeigt werden, wirklich nochmal zu erklären.
00:47:01: Aber vielleicht nutzen wir auch die Gelegenheit nochmal ganz kurz, dass du noch mal kurz umreist gerade weil das auch nicht der bekannteste Teil der Seenotrettung ist.
00:47:09: was eigentlich die SeaWatch Luftaufklärungen des SeaWatch Airborne-Departement und mittlerweile auch zwei andere NGOs noch machen?
00:47:21: Nicht im ersten Jahr, aber im zweiten Jahr, doch auch im ersten Jahr.
00:47:24: Doch es ist eben Sea-Watch in See gestochen und es gab einen Fall im August bei dem ein Boot in der Nähe war, aber die Ships Crew das Boot nicht sehen konnte.
00:47:37: also man hat ja Fernleser und dann kann man kann horizontal einfach nicht so weit sehen vor allem wenn es Mällen gibt.
00:47:45: Und dieses Boot war mehrere Tage im Umkreis und irgendwann wurde es entdeckt.
00:47:50: Und bis das entdeckt worden ist, waren aber schon zwei Menschen dehydriert und gestorben.
00:47:58: Dann gab es eben die Idee, dass es eine Luftaufklärung geben sollte nämlich einen Flugzeug also wenn man von oben einfach besser sehen kann Das Flugzeuge quasi um Sea-Watch fliegen oder dann in den Jahr auch mehr NGOs.
00:48:19: eine klassische Luftaufklärung macht, also wirklich halt ein Pattern fliegt und schaut ob es Boote gibt.
00:48:26: Und das ist so ganz... Also es ist ein Flugzeug wo vier Personen meistens drin sitzen, eine Pilotin oder einen Pilot, eine Tactical Coordinator Person die quasi den Einsatz plant, eine Person die hauptsächlich aus dem Fenster schaut und eine Person, die dokumentiert.
00:48:45: Also eine Fotografin oder ein Fotograf Und gestartet sind wir dann in den ersten Flügen über Ostern und dann war es quasi eine offizielle Operationen-Teil von SeaWatch.
00:49:05: Das Ganze machen wir zusammen mit Humanitarian Pilot Initiative, das ist ne Schweizer Organisation von PilotInnen die quasi eben den Part machen Alles was mit... Es tut mir leid, dass ich immer nur die englischen Begriffe sage.
00:49:23: Aber weil wir sie so oft benutzen.
00:49:25: Manchmal vergesst man wie es auf Deutsch heißt aber Maintenance also die
00:49:28: Wartung.
00:49:30: Danke!
00:49:30: Die Wartungen der Flugzeuge, das übernehmen die und die machen das komplett ehrenamtlich.
00:49:35: Das heisst die Pilotinnen machen das wirklich während ihres Urlaubs Genau Und mittlerweile gibt es drei Flugzeuge von Airborne, die das machen im Wechsel.
00:49:49: Damit wir wirklich das ganze Jahr über operativ sind.
00:49:52: und mittlerweile gibt's auch eben drei Organisationen was für uns natürlich eine gute Sache ist weil wir uns dann abwechseln können in den Regionen, die wir fliegen können.
00:50:03: also das heißt wir decken auch wesentlich mehr Gebiete dadurch und das kann ich jetzt leider nicht zeigen aber Es gibt online eine sehr, sehr gute Grafik darüber wieviel wir abdecken und wie viel Frontex abdeckt.
00:50:17: Und da kann man wirklich sehr eindeutig sehen das Frontex alles sieht.
00:50:22: all die Brote, für die wir später alarmieren wurden vorher von Frontex gesehen.
00:50:30: Ja vielleicht auch nochmal ein guter Hinweis dass es sich auch da das Verhältnis massiv gehandelt hat während wir Diese Ziviliseenotrettung noch ganz viel mit staatlichen Küstenwachen, mit staatlicher Militärs zusammengearbeitet hat in Anführungszeichen.
00:50:47: Die uns die Menschen abgenommen haben von unseren Schiffen, die wir auch krasse Sachen teilweise zusammen erlebt haben.
00:50:53: also ich erinnere mich an die Berichte von Schiffsunglücken bei denen dann Sea-Watch geholfen hat den Militäres die dazu verpflichtet waren und wir waren nicht dazu verplichtet aber wir den trotzdem geholften haben irgendwie der Leichen aus dem Wasser zu fischen und die sich nach und nach zurückgezogen haben.
00:51:12: Und mittlerweile alles, was früher an Küstenwach militär schiffen in diesem Seegebiet vor der lübischen Küste unterwegs war – das war wahnsinnig viel!
00:51:23: Insbesondere nach dem Krieg in Lübien, den Folgen der nächsten Jahre.
00:51:32: ... haben sich alle rausgezogen und mittlerweile ist die ganze EU, das ganze Militär.
00:51:36: Die ganzen Küsten machen eigentlich nur noch mit Flugzeugen und Drohnen da präsent... ...und haben sich auch sehr stark darauf verlagert.
00:51:47: Mälden uns auch keine Seenotfälle mehr was eigentlich auch illegal ist.
00:51:50: Eigentlich sind alle wir und die dazu verpflichtet wenn ein Seenottfall gefunden wird,... ...alle im Umkreis verfügbaren Schiffe darauf hinzuweisen.
00:51:59: Was mittlerweile ganz oft passiert.
00:52:01: Auch mittlerweile nachgewiesenermaßen ist das Frontex zum Beispiel dann eben nur die sogenannte libysche Küstenwache informiert, die die Leute zurück nach Libyen ins Elend verschleppt und einsperrt ohne Gerichtsurteil auf unbestimmte Zeit.
00:52:18: Und dafür Europa verwahrt.
00:52:21: Da wir es jetzt schon knapp eine Stunde haben würde ich noch mal zu dem letzten meine Lieblingsfragen sparen.
00:52:31: ... und nochmal in den letzten Textile gehen.
00:52:37: Da kommt die libysche Küstenwache war dann noch relativ frisch, ... ... aber es ist eine andere Randgeschichte... ...die aus meiner Sicht auf keinen Fall vergessen werden sollte.
00:52:49: Ich hätte sie beinahe selbst bei diesem Buch vergessen ... ... und habe sie noch so relativ am Ende da eingefügt.
00:52:55: Aber sie ist eigentlich viel zu gut und gerade in diesen Zeiten immer wieder tut immer wieder gut wie zu lesen und ich glaube die meisten Menschen vor denen wir sie gelesen haben, haben es auch genossen das.
00:53:09: Dass dieses Buch auch etwas anderes zu bieten hat als den anstrengenden historischen Teil.
00:53:16: Borderfas Anderes Ende des Mittelmeers andere Seenotfall andere Reaktionen der Behörden.
00:53:24: nicht das Alarmphone sondern das katalanische rote Kreuz alarmierten neun Seeleute aus Sri Lanka im Herbst vor der Küste Barcelona.
00:53:34: Ihr Schiff sei in einem Zustand der Verwahrlosung, ohne Treibstoff und mitdefekten Navigationsinstrumenten berichtete die Hilfsorganisation nach einen Besuch an Bord.
00:53:45: Die Crew aus Sri Lanka hätte kein Trinkwasser, kein Essen und keine warme Kleidung.
00:53:50: Diese Leute wären erschöpft und hungrig und wollten von Bord gehen um in den Land zurück klären zu können.
00:53:56: Ihre Löhne waren nicht bezahlt worden ebenso wenig die Kosten für Treibstoff- und Nahrungsmittel.
00:54:04: Auch den zur Vorbereitung eines Einlaufens in den Hafen notwendigen Agenten hatte der Schiffseigner nicht beauftragt, weshalb sie gezwungen waren über zwei Wochen vor der spanischen Küste auszuharren.
00:54:17: Wenige Tage nach dem Bericht des Roten Kreuzes das die Seeleute mit Lebensmitteln und Kleinung versorgt hatte erlaubte die Hafemeisterei von Barcelona dem Schiff aus humanitären Gründen die Einfahrt.
00:54:29: Für die Crew an Bord der SeaStar ging damit eine ODC zu Ende.
00:54:35: Begonnen hatte sie ein halbes Jahr zuvor im Golf von Aden.
00:54:40: Dort vor der Küste aus Ostafrikas, hatte die Sista einem Shady Schweden namens Sven Thomas Egaströhm als schwimmendes Waffenlager für sein maritime Sicherheitsunternehmen gedient.
00:54:53: Da sich diese Branche nach allzu großem Erfolg und dem damit verbundenen Einbruch der Piraterie am Horn von Afrika in einer Krise befand, suchte Egastrühm nach neuen Verdienstmöglichkeiten für seine schwimmende Schrottlaube.
00:55:08: Das Gesuch einiger Aktivistinnen der rechtsradikalen identitären Bewegung kam in da gerade gelegen.
00:55:14: Die Nazi-Hipster hatten den Auftakt der ersten Kriminalisierungswelle gegen die zivile Seenotrettung im Mai, mit einer mäßig erfolgreichen Blockade der Aquarius in Katania untermalt.
00:55:28: Anschließend hatten sie einen Fundraising für eine eigene Mission zur See gestartet woraufhin ihnen ergerström sein Schiff mit Crew zu Charter anbot Nachdem die Identitären landratten um Martin Selner bereits in der Crowdfunding-Phase auf ernsthafte Schwierigkeiten gestoßen waren, PayPal hatte ihnen nämlich oft Druck aus der antifaschistischen Zivilgesellschaft das Konto gesperrt, nahmen sie das unkomplizierte Tarteangebot von Ägers Dröhm gerne wahr.
00:55:55: Vielleicht hätten Sie sich die Zeit für einen kurzen Background-Check Ihres Anbieters nehmen sollen wie die antifascistischen Rechercheurinnen der britischen Online-Plattform Hope Not Hate.
00:56:06: Diese stießen nämlich recht schnell darauf dass es nicht bei den Besagten um einen verurteilten Betrüger handelte.
00:56:13: Vielleicht waren die völkischen Leichtmatrosinnen aber auch zu geblendet von dessen vorangegangenen Engagement als meditaristischer Hüter europäischer Reichtümer vor den bösen schwarzen Piraten Somalias.
00:56:27: Dem identitären Projekt Defend Europe jedenfalls verschaffte Thomas Egaströhm von Anfang an den richtigen Anstrich, das richtige Schiff verschaffde er mit Sicherheit nicht.
00:56:39: Bereits auf dem Weg von Djibouti ins Mittelmeer wurde die C-Star mit den ersten Unwegbarkeiten konfrontiert.
00:56:46: Noch vor der Einfahrt in Suhezkanal nahmen ägyptische Sicherheitskräfte das ehemalige Söldner Schiff Hops und durchsuchten es ausgiebig auf illegal mitgeführte Waffen oder Söldenerinnen.
00:57:00: Die Recherchen von Hobnot Hate zur realistischen Möglichkeit bewaffneter Unsicherheitskräften an Bord könnten unter Umständen zu dieser Festsetzung beigetragen haben.
00:57:09: Ebenso einige freundliche Hinweise aus dem arabischsprachigen Umfeld der zivilen Seenotrettung an die ägyptischen Behörden bezüglich der islamophoben Mission, auf der die C-Star unterwegs war.
00:57:22: Da der Kapitän nicht im Stande war eine zufriedenstellende Crewliste zu präsentieren, zog sich der Arrest in Ägypten zusätzlich hin.
00:57:29: Anschließend tat sich die Crew der C Star schwer entlang des Suezkanals jemandem zu finden, der ihn Sprit verkaufen wollte.
00:57:37: Nach eigener Aussage mussten sie große Teile ihre mühsamen gesammelten Spenden in überteuerten Schwarzmarktbenzin investieren, um überhaupt im Mittelmeer anzukommen.
00:57:48: Und auch dort war der Ärger nicht vorbei.
00:57:51: Nachdem der Bürgermeister von Katania bereits angekündigt hatte dem Schiff die Einfahrt in seinen Hafen zu verwehren stoppte die Sista am XXJuli im Hafen von Farm Augusta in Nordzybern.
00:58:03: noch bevor sie dort ihre Besatzung aus sechs jungen weißen Männern an Bord nehmen konnte Ging erst mal zwanzig, zum Steuern des Schiffes eindeutig Überzählige nicht weißte junge Männer runter.
00:58:14: Laut Defend Europe waren die Jungs aus Sri Lanka als unbezahlte Praktikanten mitgereist.
00:58:20: Der zypriotischen Menschenrechtlerin Faika Dennis Pasha erzählten sie am Flughafen eine andere Geschichte.
00:58:27: Zitat einige von ihnen sagten Sie hätten zehn tausend Euro an Schlepperbanden bezahlt um auf das Schiff zu gelangen und nach Italien gebracht zu werden.
00:58:35: Fünf von ihnen haben inzwischen Asyl beantragt, die anderen fünf sind nach Sri Lanka zurückgeflogen.
00:58:41: Neun Besatzungsmitglieder darunter der Kapitän und ein deutscher Identitärer wurden kurzzeitig verhaftet – der Verdacht Menschenschmuggel- und Urkundenfälschung.
00:58:53: Nachdem die Schlepperbande wieder willen mit samt ihrem Schiff und nicht noch ohne nochmal einen satten Aufpreis beim Tanken zu zahlen des Landes verwiesen worden war konnte es endlich losgehen!
00:59:03: Aber was eigentlich?
00:59:05: Die kämpferischen Küstenschiffer hatten zuerst angekündigt NGO-Schiffe aktiv blockieren zu wollen.
00:59:10: Nachdem ihnen aufgegangen war, dass sie das in weitere rechtliche Schwierigkeiten bringen könnte hatten Sie ihr Mission Statement korrigiert.
00:59:18: Sie wollten nun der durchstartenden Libischen Küstenwache Zitat Hilfe bei der Beendigung des kriminellen NGOs Wahnsinns leisten, Funksprüche der Seenotrettungs-NGOs überwachen und eingreifen wenn etwas Illegales passiert.
00:59:33: In der Realität sah der nationale Widerstand im internationalen Gewässern dann so aus.
00:59:40: Am fünften August erreichte die Sea Star das Such- und Rettungsgebiet vor der libyschen Küste.
00:59:46: Dort verfolgte sie ihr für ein Stöntchen die Aquarius, auf Funk verkündete der kleine Österreicher mit den großen Ambitionen dem Rettungsschiff dass die Mission Defend Europe nun begonnen habe und die Tage eurer unbeobachteten Machenschaft hier nun gezählt seien.
01:00:02: Auf Social Media posteten Martin Senn und seine braun gebrannte Boyband kurz darauf Fotos wie Sie mit einem Megaphone über die Reling hingen und er deutlich schnelleren Aquarius weitere Ansagen machten, während diese in der Ferne davon fuhr.
01:00:16: Am darauffolgenden Tag nahmen die abgehängten Kurs auf Tunesien – wohin bereits das nächste Unheil drohte.
01:00:23: Denn in Sarsis regte sich Widerstand aus der Zivilgesellschaft.
01:00:27: Wenn die hierher kommen werden wir den Tankplatz blockieren, erklärte Chamsedin Burasin, der Vorsitzende der lokalen Fischerinvereinigung.
01:00:35: Das ist das Mindeste was wir tun können weil man bedenkt was draußen auf dem Mittelmeer passiert Muslime und Afrikanerinnen sterben.
01:00:44: Hafenbehörde und Lokalpolitik schwenken schnell ein, erklärten sie würden niemals Rassistinnen reinlassen und schickten die C-Star weg.
01:00:53: Fünf Tage dümpelte das Schiff daraufhin ratlos vor der Küste herum Nachdem sich die Open Arms bereits zur Anlast gesehen hatte freudlich Hilfe anzubieten.
01:01:02: Wenn ihr Hilfe braucht gebt uns einfach Bescheid.
01:01:05: wir sind da in der Rettungsngo und haben einen Schleppboot.
01:01:09: Gelaing ist den glücklosen Grenzschützerin allerdings doch noch am Offshore Terminal im Golf von Gabès Treibstoffe und Verpflegung zu bunkern Aber der Klabaute Mann war noch lange nicht fertig mit ihm.
01:01:20: Am elften August sahnte der Nazi-Kutter eine Panpan-Dringlichkeitsmeldung aus, man habe technische Probleme und treibe ohne Motor im Meer herum.
01:01:30: Nazis in Not!
01:01:32: Wen schickt man da?
01:01:34: Natürlich ein Rettungsschiff.
01:01:37: Das MRCC Rom tat trotz der Nöhe zu Tunesien seine Pflicht und entstande die nicht weit entfernt patrouillierende CI zur Hilfe.
01:01:45: Die Organisation kam der Aufforderung umfand – umgehend nach.
01:01:48: Vereinsgründer Michael Buscheuer erklärte mit dem Verweis auf das Seerecht, in Seen geratenen Menschen zu helfen ist die Pflicht eines jeden unterschiedlos zur Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung.
01:02:02: Wer einen Schaden hat braucht für den Sport nicht zu sorgen.
01:02:04: Die Nazi-Hipster lehnten das Hilfsangebot trotzdem ab.
01:02:08: Nach einer eigenständigen also vermutlich von der Sri Lankischen Crew durchgeführten Reparatur und einem zweiten ebenso kurzen wie erfolglosen Abdecher machten sich die frustrierten Ferienfaschisten mit ihrem knarzigen Kreuzfahrtschiff wieder auf den Weg Richtung Heimat.
01:02:26: Hope Not Hate beglückwünschte sich noch dafür, zusammen mit lokalen zivilgesellschaftlichen Organisation der C-Star die abschließende Einfahrt nach Malta verbaut zu haben.
01:02:35: Außerdem hatte man mittels förmliche Beschwerden dafür gesorgt dass die C-star bei dem nächsten Hafeneinfahrt Priority One für eine Port State Control sei.
01:02:47: Bevor es dazu allerdings kam, hatten die Ratten das sinkende Schiff bereits verlassen.
01:02:51: Generation Identity muss vor Malta von Wort gegangen sein denn anders hätten sie ihre Pressekonferenz in Lyon nicht erreicht auf der sie zwei Tage später ihre Siegreiche Kreuzfahrt ins Morgenland feierten.
01:03:04: Schiffeigner Eggersdröhm tauchte mit dem Chartergeld ab und kümmerte sich nicht weiter um seinen Seelenverkäufer.
01:03:08: Sista.
01:03:10: zurückblieben neunzulankische Seeleute deren entbehrungsreiche Odyssey noch lange nicht vorbei war.
01:03:20: Machen wir es zusammen,
01:03:21: oder?
01:03:23: Arbeit wird Podcast.
01:03:24: Ein Podcast der Dinkebierig und Stuttgart.
01:03:26: Redaktion und Schnitt Peter Schart.
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